Fantasy,  Jugendbuch,  Rezension

Die Chroniken der Verbliebenen – Der Kuss der Lüge

Cover 

 

 Titel: Der Kuss der Lüge – Die Chroniken der Verbliebenen
 Autor/in: Mary E. Pearson
 Verlag: One / Bastei Lübbe
 Seitenzahl: 560
 Preis eBook: 18,00 € (D)
 Cover / Bildrechte: Bastei Lübbe Verlag

 

Inhalt:

Lia soll zum Wohle des Königreiches Morrighan einen Prinzen heiraten, den sie noch nie gesehen hat. Doch sie hält nicht viel von den alten Traditionen und möchte ihr Schicksal selbst bestimmen. Deshalb flieht sie und fängt in einer Taverne als Schankmädchen ein neues Leben an.
Dort trifft sie auf zwei Männer, die ihr schon bald unter die Haut gehen. Doch ahnt sie nicht, wer die beiden wirklich sind. Einer von ihnen soll sie töten, damit es nicht doch noch zur Allianz zwischen den beiden Königreichen kommt. Und der andere ist der Prinz, der wissen wollte, welche Prinzessin vor ihm geflohen ist.
Gerade als Lia versucht, sich über ihre Gefühle klar zu werden, passiert etwas Ungeahntes und die Prinzessin muss erkennen, dass ihr Weg noch lange nicht zu Ende ist und das Schicksal für sie vielleicht doch noch mehr bereithält, als nur eine unerwünschte Heirat … .

Meine Meinung:

Schon als ich Klappentext und Cover zum ersten Mal gesehen habe, war für mich klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Dann habe ich viele sehr unterschiedliche Meinungen zu dem Buch gehört und hatte fast schon Angst davor, es zur Hand zu nehmen. Doch ich bin wirklich froh, dass ich mich doch noch rangewagt habe.
Im ersten Kapitel trifft man auf Prinzessin Arabella Celestine Idris Jezelia, die gerade auf ihre Hochzeit vorbereitet wird. Dabei erhält man gleichzeitig einen kleinen Einblick in die Traditionen des Landes Morrighan und die Welt, die Mary E. Pearson erschaffen hat. Schnell wird dabei klar, dass Lia wenig begeistert von der Hochzeit und auch den meisten Traditionen ist. Sie möchte viel lieber selbst über ihr Schicksal bestimmen und flieht deswegen gemeinsam mit ihrer Freundin Pauline.
Dieses Zweiergespann hat mich sofort begeistert. Lia lässt sich gegenüber Pauline nie raushängen, dass sie eine Prinzessin ist und möchte auch in der Taverne für ihren Unterhalt arbeiten. Sie möchte einfach ein komplett neues Leben beginnen und scheut auch vor harter Arbeit nicht zurück. Das machte sie mir total sympathisch und sie zeigt sich auch als wirklich gute Freundin gegenüber Pauline, genau wie andersherum. Ich habe beide sofort in mein Herz geschlossen und habe sie deshalb gerne auf ihrer Reise begleitet.
Doch die Geschichte wird nicht nur aus Lias Sicht erzählt, sondern auch immer wieder aus der Perspektive des Prinzen und des Attentäters. Sie haben beide ihre ganz eigenen Motive und Gedanken, ihre Hintergründe und Geschichten. Anfangs lässt uns die Autorin auch etwas im Dunkeln, wer von den beiden wer ist, so dass ich etwas mitgefiebert habe, für wen Lia am Ende mehr empfinden würde. Doch bald bringt Mary E. Pearson Licht ins Dunkel, zumindest, was die beiden Männer betrifft, trotzdem hat sie das in meinen Augen sehr geschickt eingefädelt und ihrer Liebesgeschichte damit etwas zusätzliche Würze verpasst. Eigentlich bin ich ja kein Fan von Dreiecksgeschichten, aber diese hier fand ich richtig gut, da beide Männer sehr faszinierend sind und trotzdem denke ich, dass schon klar ist, wie sich Lia entscheiden wird. Aber wer weiß, ob die Autorin hier nicht noch einige Überraschungen für ihre Leser parat hält.
Sehr spannend fand ich den Weltenentwurf. Da gibt es nicht nur die Königreiche Morrighan und Dalbreck, sondern auch Venda, in dem der Komizar herrscht und der seine ganz eigenen Pläne mit Lia zu haben scheint. Ich fand es sehr interessant, dass das Buch durchaus ruhige Passagen hat, es für mich aber trotzdem immer spannend blieb, weil ich einfach erfahren wollte, was wirklich hinter dem Ganzen stecken würde, da schnell klar wird, dass es um mehr geht, als man anfangs erkennen kann. Vor allem da immer wieder Verse einer alten Geschichte, Prophezeiungen und Liedtexte in die Geschichte eingeflochten werden, die ich anfangs zwar nicht einordnen konnte, nach einiger Zeit aber erahnen lassen, dass die Story noch viel vielschichtiger ist, als man zu Beginn erahnen kann. Ich bin jedenfalls total fasziniert und möchte den Geheimnissen auch weiterhin auf den Grund gehen.

Fazit:

„Der Kuss der Lüge“ hat mich vom Anfang bis zum Ende total begeistert. Die Protagonisten sind vielschichtig und haben alle ihre eigenen Motive, Gedanken, Gefühle und Hintergründe, die sehr faszinierend sind. Die Welt, in der die Geschichte spielt bietet so viel mehr, als man anfangs denkt und hat mich richtig mitgerissen, so dass ich mir sofort die Fortsetzung geholt habe, die zum Glück bereits erschienen ist. 
Mich hat der erste Band der Chroniken der Verbliebenen jedenfalls rundum überzeugt.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.