Fantasy,  Rezension

Krieger der Lüfte

 Titel: Krieger der Lüfte
 Autor/in: Marion Hübinger
 Verlag: Papierverzierer
 Seitenzahl: 320
 Preis: 13,95 € (D)
 Cover / Bildrechte: Papierverzierer Verlag

 

Inhalt:

Leyla liebt ihren Job in einem Verlag und ihren Freund Steffen und doch bekommt sie Panik, als er sie fragt, ob sie zusammenziehen wollen. Kurzerhand packt sie ihre Koffer und schließt sich einer Pilgertour von München nach Lindau an.
Als sie dort gerade unter einer geschichtsträchtigen Linde steht, findet sie sich plötzlich in einer anderen Welt wieder. Dort trifft sie auf den Krieger Akim, der sie mit zu ihrem Volk nimmt. Es sind nur noch wenige davon übrig, denn ein mörderischer Adler vernichtet alles, was ihm in den Weg kommt.
Eine Prophezeiung verspricht jedoch das Ende dieses Feindes. Ist Leyla die Auserwählte, die Akims Volk retten wird oder muss sie selbst erst gerettet werden?

Meine Meinung:

Der Prolog ist aus Akims Sicht geschrieben und man erfährt, dass er Leyla zu diesem Zeitpunkt bereits kennt. Doch wann genau dieser stattfindet konnte ich noch nicht zuordnen und war deshalb mehr als gespannt, was alles passieren würde.
Im Anschluss springt man in Leylas Leben und erfährt aus ihrer Perspektive, wie es dazu kam, dass sie sich der Pilgertour angeschlossen hat. Man taucht ein in ihre Gedankenwelt und bekommt alle ihre Zweifel mit. Sie liebt Steffen und doch kann sie sich nicht dazu durchringen, einfach mit ihm zusammenzuziehen. Anfangs verstand ich ehrlich gesagt nicht so ganz, was ihr Problem war, doch je tiefer ich in ihre Gedankenwelt eintauchte und je mehr Zeit ich mit ihr verbrachte, umso deutlicher wurde es auch für mich. Ihre Zweifel, ihr eigener innerer Konflikt … ihr ganzes Leben scheint total festgefahren, keine Spontanität, keine Abenteuer, alles ist wie immer, fast schon langweilig. Plötzlich konnte ich sie richtig gut verstehen, da ich selbst auch schon einmal an diesem Punkt war. Da fand ich es fast schon mutig, dass sie nicht einfach „ja“ sagte, als Steffen sie gefragt hat. Stattdessen möchte sie erst einmal in Ruhe darüber nachdenken und sich über einige Dinge klar werden.
Dann stürzt sie jedoch ganz plötzlich in eine fremde Welt und trifft dort auf Akim. Ich fand es richtig klasse, dass Akim eine ganz andere Sprache spricht und sich nicht wirklich mit Leyla verständigen kann. Das ist etwas, das mich häufig an solchen Romanen gestört hat: Dass automatisch alle die selbe Sprache sprechen. Endlich einmal ein Buch, in der man sich in einer anderen Welt auch anders artikuliert. Darüber habe ich mich richtig gefreut und auch darüber, dass Leyla nur nach und nach ein paar Fetzen von Akims Sprache lernt und sie sich eigentlich bis zum Schluss nur mit Hilfe von Dolmetschern richtig unterhalten konnten.
Leider muss ich gestehen, dass mir die Beziehung zwischen Leyla und Akim viel zu schnell viel zu tief wurde. Gerade weil sie sich nicht verständigen und dadurch in meinen Augen auch nicht wirklich kennenlernen können, finde ich es etwas übertrieben, so bald schon von Liebe zu sprechen. Ich bin immer der Meinung Liebe muss wachsen und auch wenn die Autorin diese wachsenden Gefühle damit erklärt, dass die Gesten zwischen den beiden einfach so liebevoll sind, konnte sie mich davon nicht überzeugen.
Auch der Feind selbst ist eher ungewöhnlich. Er ist ein riesiger und mörderischer Raubvogel. Dieser kann weder sprechen, noch hat er menschliche Züge. Er ist und bleibt ein Vogel und doch rottet er fast ein ganzes Volk aus und verbreitet Angst und Schrecken in Akims Welt. Da das Buch ein Fantasybuch ist, muss ich ehrlich gestehen, dass ich hier mit mehr gerechnet hatte. Ständig wartete ich darauf, dass hinter dem Adler doch noch mehr stecken würde, doch er bleibt ein „gewöhnliches“ Tier. 
Obwohl ständig die Bedrohung von Redla, dem Adler über ihnen schwebt, ist das Buch meiner Meinung nach doch eher ruhig und besticht mehr durch die Botschaften zwischen den Zeilen. Leyla unternimmt nämlich nicht nur eine Reise in eine andere Welt, sondern auch zu sich selbst. Sie lernt sehr viel über sich und ihr Leben und findet dadurch auch Antworten auf ihre eigene Fragen. Diese unterschwelligen Botschaften gefielen mir richtig gut. Ich mag Bücher, die nicht nur unterhalten und an der Oberfläche kratzen, sondern tiefer gehen, so dass man auch für sich selbst und sein Leben etwas mitnehmen kann.
Leider kommt dadurch in meinen Augen die Spannung etwas zu kurz. Natürlich müssen Akim und Leyla gegen den Adler kämpfen, aber das scheint dann doch irgendwo nur am Rande zu geschehen. Das Hauptaugenmerk liegt meiner Meinung nach ganz klar auf Leylas Suche nach sich selbst. 
Das Ende hat mich dann noch einmal richtig begeistert. Das hatte ich mir ja ganz anders vorgestellt. Ich dachte, es wäre so wie bei anderen Fantasyromanen, aber das Buch so zu beenden ist fast schon etwas mutig. Einige Fragen bleiben offen und so manchen Leser wird es wohl nicht zufriedenstellen. Ich fand es jedoch toll. Es ist originell und passt wunderbar zur Botschaft des Buches. 

Fazit:

Mit „Krieger der Lüfte“ hält man einmal einen ganz anderen Fantasyroman in den Händen. Obwohl Leyla in eine andere Welt katapultiert wird, ist es doch eher eine Reise zu sich selbst. Sie findet dort nicht nur einen tierischen Feind und einen attraktiven Krieger, sondern auch Antworten auf die Fragen ihres Lebens. Ich liebe es, wenn Bücher nicht nur unterhalten, sondern auch etwas tiefer gehen. Deshalb passt auch das Ende so perfekt zu diesem Buch, obwohl oder gerade weil es total ungewöhnlich ist und auch die ein oder andere Frage offen bleibt.
Leider fehlte mir etwas an Spannung und auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht wirklich überzeugen, deshalb gibt es einen Punkt Abzug. 
Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.
 

Ein Kommentar

  • Mikka Liest

    Huhu!Ein Buch, in dem der/die Protagonist/in irgendwas mit Büchern zu tun hat, hat immer schon einen Stein im Brett! :-)Ich finde es ganz interessant, dass es hier mal um eine Frau geht, die noch Zweifel daran hat, was sie für ihr Leben und ihre Beziehung will, und sich daher eine AUszeit nimmt. Nur, dass die ja hier etwas anders abläuft als geplant…Und JA: das kapiere ich bei vielen Fantasybüchern nicht, warum die Charaktere aus verschiedenen Welten sich überhaupt verständigen können… Noch ein Pluspunkt für das Buch!Allerdings nervt es mich meist unsäglich, wenn eine Liebesgeschichte sich zu schnell entwickelt. Das Buch werde ich mir mal auf die Liste der Bücher setzen, bei denen ich mal in die Leseprobe reinlesen möchte. :-) LG, Mikka[ Mikka liest von A bis Z ]

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