High Fantasy,  Rezension

Flerya – Drachenschlaf

Cover 

 

 Titel: Flerya – Drachenschlaf
 Autor/in: Emily Thomsen
 Verlag: Drachenmond
 Seitenzahl: 320
 Preis: 14,90 € (D)
 Cover / Bildrechte: Drachenmond Verlag

 

Inhalt:

Vor langer Zeit lebten alle Völker in Frieden miteinander, doch dann raubten die Ghul immer mehr Seelen unschuldiger Menschen. Der Drachenkönig Gardorath musste einschreiten und die Königin der Seelenfresser verbannen, um den Frieden zu wahren. 
Seitdem versucht der Schlachtenlenker Yadiran diese aus ihrem Gefängnis zu befreien. Dafür braucht er jedoch Kemantie und die Macht der Drachen. Um sein Ziel zu erreichen tötet er Gardoraths Frau und entführt dessen Tochter Flerya.
Diese ist noch so klein, dass sie sich bald schon nicht mehr an ihre wahren Eltern erinnern kann. So gelingt es Yadiran, sie als seine Tochter aufzuziehen und zu manipulieren. An ihrem sechzehnten Geburtstag soll der Drache in ihr erwachen und sie dann endlich das Mittel zur Befreiung von Aine werden.
Doch obwohl Flerya ihren Ziehvater von Herzen liebt, muss sie schon bald seinen Verrat erkennen und sich entscheiden, auf welcher Seite sie wirklich steht … .

Meine Meinung:

Die Bücher von Emily Thomsen sind für mich inzwischen ein absolutes Muss und das neue war auch noch ein Highfantasybuch, so dass sofort entschieden war, dass ich es lesen werde. 
Zu Beginn erlebt man Yadiran und erfährt etwas über sein Leben und seine Motive. Eigentlich sollte er ja einer der „Bösewichte“ in dieser Geschichte sein, doch der Autorin Emily Thomsen gelang es in diesem kurzen Abschnitt sehr gut, ihn „menschlich“ zu machen, dem Leser zu zeigen, dass er auch Gefühle hat und nicht das Monster ist, das er laut Klappentext zu sein scheint. Ich hatte jedenfalls sogar Mitleid mit ihm und war gespannt, ob sich meine Meinung von ihm noch ändern würde, was sehr bald der Fall war, denn im nächsten Abschnitt erlebt man den Tod von Sisneh, der Drachenkönigin und die Entführung von Flerya. Trotzdem fand ich es toll, dass Emily Thomsen ein bisschen mit dem Schubladendenken spielt. Ich denke, dass sie im Falle Yadiran sicher noch ein paar Überraschungen für ihre Leser bereithält. 
Danach springt man ein paar Jahre vor und erlebt Flerya im Teenageralter. Ihr sechzehnter Geburtstag rückt immer näher und ihr Vater Yadiran und ihr Bruder Abren benehmen sich plötzlich ganz seltsam. Schon bald erfährt sie, wer sie wirklich ist, zweifelt jedoch immer noch daran, dass ihr Ziehvater sie nur als Mittel zum Zweck nutzen und sogar töten möchte. Ich fand es sehr gelungen, dass Flerya nach wie vor Yadiran liebt, immerhin hat sie jahrelang geglaubt, dass er ihr Vater ist und das lässt sich nicht einfach von jetzt auf gleich abstellen. Selbst als sich die Beweise gegen ihn erhärten, bleiben Fleryas Gefühle gleich. Gefühle ändern sich eben nicht von einer Sekunde auf die andere und das fand ich richtig schön authentisch und hat mich deshalb sehr begeistert. 
Die Story selber ist durchweg spannend. Zum einen steht natürlich Fleryas Entwicklung im Vordergrund. Sie muss mit dem Verrat ihres Vaters zurechtkommen und damit, dass sie selbst ein Drache ist, die sie doch abgrundtief hasst. Damit hat die Autorin einige ernste Themen in ihrem Buch verarbeitet. Es geht um Familie, um Vertrauen und Liebe, aber auch um Selbsthass und Zweifel. Das alles arbeitet Emily Thomsen nebenbei in ihre Geschichte ein, vergisst aber trotzdem nicht ihre Hauptgeschichte um die Drachen und Ghul. Diese bringt natürlich ebenfalls sehr viel Spannung ins Buch. Meine Nerven waren wirklich zum Zerreißen gespannt, so sehr fieberte ich mit, ob es dem Schlachtenlenker gelingen würde, Aine, die Ghulkönigin zu befreien. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, so sehr fesselte mich diese Geschichte.
Und dann die Liebesgeschichte … natürlich ist schon nach einigen Seiten klar, wer sich da in wen verlieben würde, aber mit der Entwicklung der Lovestory hatte ich nicht gerechnet. Die Gefühle kommen langsam, schleichend. Anfangs wehren sich die Protagonisten dagegen, aber irgendwann wird ihnen doch klar, was das alles zu bedeuten hat und doch konzentrieren sich die beiden auf das, was wirklich wichtig ist. Ich konnte die Gefühle jederzeit nachvollziehen, fand sie geradezu bezaubernd. Vielleicht gerade deswegen, weil sie nicht plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht sind. Hach, ich fand es so erfrischend, dass die Protagonisten nicht sofort ein Paar wurden und doch hoffe ich von Herzen, dass es am Ende ein Happy End für die beiden geben wird.
Eine rundum gelungene Lovestory, die mich wirklich sehr gerührt hat.
Der Showdown hält schließlich auch einiges für den Leser bereit. Die Spannung entläd sich mit einem Krachen und ließ mich nicht nur die Luft anhalten, sondern auch einige Tränen vergießen, denn auch hier bricht die Autorin mit einem „Heile-Welt-Denken“ und überraschte mich mit einigen Wendungen, die ich mir so nicht gewünscht habe, die mich aber doch auch begeistert haben, da sie einmal von den üblichen Elementen abweichen, die man sonst in solchen Büchern findet.
Am Ende hat der Leser etwas Zeit durchzuatmen und doch weiß man, dass diese Geschichte noch lange nicht zu Ende erzählt ist und noch einiges auf uns wartet. Ich hoffe, es dauert nicht zu lange, bis die Fortsetzung erscheint, denn ich habe mich bis über beide Ohren in dieses wundervolle und irgendwie auch ungewöhnliche Buch verliebt und möchte noch viel, viel mehr davon.

Fazit:

„Flerya – Drachenschlaf“ kann ich jedem nur ans Herz legen. Ich habe mich jedenfalls bis über beide Ohren in dieses wundervolle Highfantasybuch verliebt. Die Charaktere sind jederzeit authentisch und lassen sich nicht immer in Schubladen stecken. Das zeigt sich auch bei der Liebesgeschichte, die nicht so überstürzt ist, wie in anderen Büchern und mich deshalb richtig berührt hat. Die Geschichte selbst war total spannend, hat mich zum Mitfiebern und sogar zum Weinen gebracht. Ach, ich kann gar nicht genug von diesem Buch schwärmen. Bitte lest es. Es ist einfach nur großartig!
Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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