Autoreninterview,  Werbung

Diana Klewinghaus

Ich durfte einmal wieder ein Interview führen. Dieses Mal mit Autorin Diana Klewinghaus. Wer sie noch nicht kennt, sollte sich unbedingt ihre Antworten durchlesen und ihr Debüt entdecken.

 

Hallo Diana, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für meine Fragen nimmst. Magst Du mal kurz erzählen, wer Du bist?

 

Vielen lieben Dank für die Einladung. Das ist nicht leicht zu beantworten. Denn ich bin Viele (kennst du das gleichnamige Buch?) Hm, ich bin junge Mutter – eine nicht mehr ganz so junge Frau, Rollenspielerin, Tänzerin und Naturverliebte. Nach dem Abitur zog ich nach Berlin, studierte in Greifswald und später noch einmal in Bochum, nachdem ich zurück ins Ruhrgebiet kam. Ich möchte meinen, in meinem bisherigen Leben eine Menge erlebt zu haben und eine Menge Beschreibungen würden auf mich zutreffen.

 

Und seit kurzem bist Du ja auch Autorin, oder?

 

Ja, das Wort klingt noch ein wenig seltsam für mich. Dabei schreibe ich schon seit meiner Kindheit phantastische Geschichten. Den Roman Schleier der Anderswelt, den ich nun veröffentlicht habe, habe ich bereits vor zehn Jahren angefangen zu schreiben. Allerdings mit jahrelangen Pausen.

 

Oh, da arbeitest Du aber schon lange an diesem Buch. Wie fühlt es sich denn dann jetzt an, wo es wirklich zu kaufen ist?

 

Das ist ja das Verrückte! Das Ganze ist aus einer Laune heraus entstanden, als ich mit zwei Freundinnen für ein Liverollenspiel neue Figuren erdacht habe. Die Welt in der auch mein Roman spielt, war lange Zeit Hintergrund für dieses Hobby. Eines Abends begann ich eine Geschichte aufzuschreiben. Zwanzig Seiten später sagte meine Freundin: »Das ist gut! Schreib das weiter!« Wir haben beide neben der Arbeit in dieser Welt Geschichten geschrieben und herumgesponnen sie einmal zu veröffentlichen. Vor etwa einem Jahr holte ich meine Geschichte wieder einmal hervor und beschloss es einfach zu tun. Mit der Dritten im Bunde habe ich die komplette Geschichte überarbeitet und noch einmal ein ganzes Jahr darin ›gelebt‹. Und wie es sich anfühlt? Als hätte ich genau das schon immer tun sollen. Es fühlt sich richtig an.

 

Das hört sich schön an, als würde es Dich komplett machen. Aber erzähl uns doch ein bisschen, worum es grob in Deinem Buch geht.

 

Ich versuche es einmal, ohne zu viel vorwegzunehmen, da es ja eine Reihe werden soll, von der bereits ein weiteres Buch existiert. Es ist eine Abenteuergeschichte, die damit beginnt, dass das Leben einer jungen Frau eine dramatische Wendung nimmt. Während das Land in einem Bürgerkrieg versinkt, erweckt sie ihre Gabe, obwohl das in diesem Teil des Landes bei Strafe verboten ist. Die Begegnung mit einem Mann, der auf vielen Ebenen ihre Sehnsüchte weckt, führt zu Verwicklungen, die völlig aus dem Ruder laufen und ihr Leben bedrohen. Doch ihr wahres Abenteuer beginnt im Grunde, als sie in ihre ursprüngliche Heimat flieht. Vhochâls Reich oder die Anderswelt, in die Ella während eines ausufernden Rituals blickt, befindet sich in einem erschreckenden Zustand; eine Bedrohung für die gesamte Insel Cândhûn, ein noch ungelüftetes Geheimnis aus alter Zeit.

 

Das klingt nach High Fantasy … kann man das Buch in dieses Genre einordnen oder in welche Schublade würdest Du es stecken, wenn ich Dich zum “Schuladen-Denken” zwingen würde.

 

Es ist High Fantasy. Allerdings liest sich der Anfang eher wie ein historischer Kriminalroman, der dann in einem epischen Fantasy Show Down gipfelt. Also ich will damit sagen, der Einstieg ist sanft, so dass du leicht in die Welt findest, aber es ist definitiv für High Fantasyfans geschrieben.

 

Aber wir finden darin keine Orks, Drachen oder Elfen, oder?

 

Doch, es gibt tatsächlich Elfen als Rasse. Eine der Hauptcharaktere stammt aus einem Bergelfenvolk. Dort wo Ella sich aber zu Beginn des Buches aufhält, wurden alle Elfen bereits vor Jahrhunderten vertrieben. Die Gesellschaftsform dort in Duria erinnert an ein Renaissancesetting, während die Landstriche weiter im Norden eher mittelalterlich anmuten. Drachen gibt es vielleicht auch, doch die treten bisher nicht in Erscheinung.

 

Du hast vorher von einem 2. Teil geschrieben. Wie weit bist Du damit denn schon?

 

Der ist zu Dreivierteln abgeschlossen. Die letzten Szenen existieren zwar nur in meinem Kopf – aber es gibt sie bereits. Es haben sich sogar einige Szenen für einen dritten Teil angesammelt, der natürlich das Ganze abrunden würde.

 

Also wird das Ganze eine Trilogie?

 

Es macht auf mich beim Schreiben den Eindruck, als wollte es so.

 

Dann legst Du das gar nicht von vorneherein fest, sondern schaust einfach, wohin Dich die Geschichte trägt?
Hast Du denn irgendeine Struktur beim Schreiben oder schreibst Du einfach drauf los?

 

Ja, manche Szenen haben mich derart überrascht, dass ich laut lachen oder schreien musste. Ich habe eine Struktur für den Plot und eine detailierte Hintergrundgeschichte für die Charaktere. Manchmal machen die dann einfach in den Szenen, was sie wollen.
Die Welt und die Charaktergeschichten sind sehr ausgearbeitet. Viele kleine Geschichten passieren  jedoch allein.

 

Wie muss man sich das vorstellen: Hast Du eine Pinnwand mit lauter kleinen Infozetteln oder einen Ordner mit Listen oder wie hälst Du all die wichtigen Infos fest?

 

Ich habe eine Kiste mit handgeschriebenen Zetteln in jeder Form und Größe. In ihr herrscht das gleiche Chaos, wie in meinem Kopf, aber ich komme zurecht. Zusätzlich habe ich inzwischen auch mehrere Dateien teilweise mit Bildern, die ähnlich wirr erscheinen könnten, wenn du den Code zum entschlüsseln nicht kennst.

 

Also kreatives Chaos. Schreibst Du dann auch je nach Lust und Laune oder hast du feste Schreibzeiten?

 

Ich habe feste Zeiten und wenn ich Zeit und Lust habe, schreibe ich dazwischen auch. Seit mein Sohn auf der Welt ist, muss ich mich mehr an die Zeiten halten. In allen anderen Momenten hole ich dann den Schlaf nach.

 

Das klingt irgendwie stressig …

 

Es ist anstrengend, aber nicht stressig. Weil ich beides liebe. Also meinen Sohn und das Schreiben. Es wäre zurzeit auch anstrengend, wenn ich eine andere Arbeit machen würde. Nur dann wäre es auch noch stressig.

 

Kann man dann sagen, das Schreiben ist Dein Ausgleich zum Alltag?

 

Da das Schreiben im letzten Jahr einen Großteil meines Alltags dargestellt hat, würde ich eher sagen, dass der Ausgleich der Gang in die Natur ist. Ich liebe lange Spaziergänge. Dabei bekomme ich den Kopf frei und gleichzeitig die besten Ideen. Und mein Sohn mag sie auch. Er singt dann immer im Kinderwagen.

 

Dann ist das Schreiben quasi Dein Hauptberuf gerade?
Du hast Dein Buch ja selbst herausgebracht? War das von vornherein so geplant?

 

Ja. Allerdings kann ich mir das nur leisten, weil ich noch in Elternzeit bin. Wenn viele Menschen mein Buch mögen, mache ich es aber in jedem Fall möglich, die Geschichte zu Ende zu erzählen.
Ich hatte keinen Plan. Ich habe alle Informationen gesammelt, die ich mit meiner wenigen Zeit damals bekommen konnte und lange hin und her überlegt. Zuerst dachte ich, es gibt nur die Lösung Verlag. Dann war ich plötzlich felsenfest davon überzeugt, dass ich die Freiheiten des Selfpublishing brauche und habe einfach losgelegt. Vermutlich war das für mich die richtige Wahl.
Ich lasse mir ungern etwas sagen…
Wobei das nicht für berechtigte Kritik gilt. Jemandem mit Erfahrung höre ich natürlich immer zu. Die Frage ist dann nur, was ich am Ende daraus für mich mache.

 

Da hast Du ja schon super von den Vorteilen des Selfpublishings erzählt. Was aber sind die Nachteile, was würdest Du sagen?

 

Ich habe das nur geschafft, weil ich so viele Freunde mit unterschiedlichen Interessen habe, die alle ihren Teil beitragen konnten. Ansonsten ist es glaube ich, wirklich eine Herausforderung in jedem Bereich, den du abdecken musst Qualität zu liefern. Die Nachteile sind auch die Vorteile – Fluch und Segen sozusagen. Je nachdem, von welcher Seite du es betrachtest. Denn du musst ja alles alleine machen. Ich denke, am meisten Zeit und Nerven, wenn ich von Lektorat und Cover absehe, kostet mich das Marketing. Wer kauft schon ein Buch, von dem er nichts weiß?

 

Stimmt. Dann ist das jetzt Deine Gelegenheit: Sag doch mal allen, warum sie Dein Buch unbedingt brauchen.

 

Es zu lesen ist eine phantasische Reise, die dich berührt und zum Wachsen auffordert. Sie macht Mut den unausgetretenen Pfaden zu folgen, dem Herzensweg. Mit den Charakteren mitzufiebern bringt dir Kraft und Mut für dein eigenes Leben. Vielleicht sogar Krisen auf einer anderen Ebene wahrzunehmen, um sie zu meistern. Außerdem ist es eine wahnsinnig spannende Geschichte!

 

Das klingt doch super und sind schöne Worte für das Ende unseres Interviews. Vielen Dank für Deine Zeit und die interessanten Antworten.

 

Ich danke dir! Das war sehr spannend für mich und wunderschön so intensiv über die Geschichte zu sprechen.

 


 

Titel: Cândhûn – Schleier der Anderswelt

Autorin und Bildrechte: Diana Klewinghaus

Seitenzahl: 322

Preis eBook: 3,99 € (D)

ASIN: B07L9HCT9Q

 

 

 

Bild: pixabay

Autorenfoto: Diana Klewinghaus

Cover: Diana Klewinghaus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.