Autoreninterview

Jana Tomy

Hallo Jana, vielen Dank, dass Du Dir heute Zeit für meine Fragen nimmst. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen, damit meine Leser wissen, mit wem sie es zu tun haben?
Hallo Moni, vielen Dank, dass ich dabei sein darf!
Und natürlich stelle ich mich gern einmal vor: Mein Name ist Jana Tomy, 27 Jahre alt und ich habe Theaterwissenschaft mit Beifach Erziehungswissenschaften studiert. Doch das Schreiben und das (Improvisations-)Theater sind meine große Leidenschaft. 2017 habe ich ein freiwilliges Autorenjahr – kurz FAJ – begonnen, also wie ein FSJ nur “selbstgemacht”. Ein ganzes Jahr Schreiben, Überarbeiten, Social-Media und natürlich auch nach einem Verlag suchen.
Dieses Jahr hat mir schließlich gezeigt, wohin ich eigentlich möchte und nun bin ich als Autorin und Schauspielerin selbstständig.

 

Oh wow, das ist ja großartig, war aber sicher auch keine leichte Entscheidung, oder?
Absolut nicht. Und allein hätte ich das sicherlich auch nie geschafft. Angefangen beim Papierkrieg mit der Anmeldung über die Sache mit den Steuern bis hin zum finanziellen Aspekt. Ich hatte großen Respekt davor und am Anfang war es auch sehr beängstigend. Was, wenn ich nicht genug Geld damit verdiene? Davon zu leben ist aber ein nächstes großes Ziel, denn das habe ich bisher noch nicht geschafft. Trotzdem bereue ich es nicht.

 

Wie sieht dann ein Tag bei Dir aus? Gehst Du in Dein Büro, wie andere in die Arbeit und schreibst dann fleißig und konsequent?
Du meinst konsequent prokrastinieren, oder? Okay, Spaß beiseite.
Glücklicherweise haben wir genug Platz und so steht mein Schreibtisch nicht im Wohnzimmer oder Schlafzimmer, aber selbst das ist hin und wieder “zu wenig”. Denn der Haushalt ist immer da. Es gibt keine Kollegen und keine Vorgesetzten, die einem über die Schultern schauen, wenn man mal lieber eine Folge seiner Lieblingsserie schauen will.
Außerdem muss ich gestehen, dass ich tagsüber meist schlafe. Ich bin eine absolute Nachteule.
Also wie sieht das dann aus? Ich stehe auf und kümmere mich meist erst mal um den Haushalt (die meisten Menschen machen das ja eher nach der Arbeit), danach geht es an Social-Media und spät abends beginne ich zu schreiben.

 

Ehrlich? Du schreibst nachts? Wow, ich glaube, das könnte ich nicht. Hast Du da denn bestimmte Rituale, damit Du wachbleiben kannst oder ist Dein Rhythmus schon so daran gewöhnt?
Genau. Wenn andere schlafen gehen, lege ich los. Und letzteres ist der Fall, funktioniert aber auch nur, weil ich momentan keinen Brotjob habe, bei dem ich früh aufstehen muss. Übrigens ist es immer spannend, die Reaktionen der Leute auf meinen verschobenen Rhythmus zu sehen. Gerade wenn ich erzähle, wann ich aufstehe oder frühstücke.

 

Du arbeitest quasi jeden Tag Nachtschicht? Aber wie ist das dann am Wochenende?
Ein Wochenende gibt es bei mir nicht wirklich. Es sei denn, ich überlege, wann ich einkaufe. Ansonsten nehme ich mir dann frei, wenn ich es brauche.

 

Dafür muss man aber dann auch ein sehr disziplinierter Mensch sein, um dann nicht alles “schleifen” zu lassen, oder? Woran arbeitest Du denn aktuell?
Das stimmt. Es gibt auch diese Tage, manchmal auch Wochen, da will einfach gar nichts wirklich klappen. Das passiert aber und es geht wieder vorbei. Dann kann man mit neuer Energie weitermachen. Prinzipiell arbeite ich zum Beispiel sehr gerne mit To-Do-Listen, um einen Überblick zu haben, was alles ansteht und wann ich was erledigen muss. Aktuell arbeite ich an der Fortsetzung zu “Sépharial – Verwoben”.

Erzählst Du ein bitte ein bisschen von “Sépharial” für alle, die es noch nicht kennen?
Sépharial ist mein Erstling aus den Genre Fantasy/Romantasy, der im Januar im GedankenReich Verlag erschienen ist. Die Geschichte spielt in zwei verschiedenen Welten. Eine von Sandstürmen und Hitze geplagt, die andere bedeckt von Eis und Schnee. Dennoch sind sie miteinander verbunden. Die Sépharial sind Kristalle, die es ermöglichen, von der einen in die andere Welt zu reisen. Ein Geheimnis, dass nur wenige Menschen kennen. Der Leser begleitet Lathalia, die in der kalten Welt lebt und aus gutem Hause kommt, ebenso wie Fanai, der als Dieb in der heißen Welt zurechtkommen muss. Beide erfahren von eben diesem Geheimnis und treffen schließlich aufeinander, wodurch eine ungewollte Reise durch die Welten beginnt.

 

Oh, das klingt ja spannend. Wie viele Teile wird die Reihe haben und für wann sind sie geplant?
Es wird eine Dilogie und der zweite Teil ist schon im Frühjahr nächsten Jahres geplant.

 

Kommt der zweite Teil auch im GedankenReich Verlag raus?
So ist der Plan.

 

Arbeitest Du immer nur an einer Idee oder parallel an mehreren?
Definitiv immer nur an einer. Es gibt zwar ein Zwischenprojekt, das ich nach der Rohfassung von Sépharial1 begonnen habe, aber das pausiert nun, bis Sépharial2 beendet ist. Ich möchte mich immer voll und ganz auf eine Geschichte konzentrieren. Plotbunnys und andere Ideen werden dann in einem dicken Notizbuch festgehalten. Dort warten sie geduldig auf ihren Einsatz.

 

Wie lange müssen diese Ideen denn warten? Also wie lange dauert es bei Dir in der Regel von der Idee zum fertigen Buch?
Da ich bisher nur ein Manuskript beendet habe, ist das eine sehr gute Frage. Tendenziell würde ich aber grob 1 Jahr schätzen. Da ich eine Pantserin bin, also einfach drauf los schreibe, gibt es viel zu überarbeiten. Das dauert dann auch schon mal länger. Andererseits habe ich viel bei meinem ersten Projekt gelernt und versuche das nun schon umzusetzen.

 

Das ist doch schön, wenn man etwas lernt und daraus seine Konsequenzen zieht … Wenn ich das so lese, dann bist Du also niemand, der seine Geschichten von Anfang bis Ende durchplottet?
Richtig. Ich habe es zwar schon mal mit dem Plotten versucht, aber irgendwie hat mir das Schreiben dann weniger Spaß gemacht.

 

Find ich ja wirklich spannend, welche Unterschiede es da gibt. Was würdest Du denn sagen, ist das Schönste am Autorendasein?
Es ist auch sehr spannend, sich über dieses Thema mit Kollegen auszutauschen!
Puh, das Schönste am Autorendasein… Wahrscheinlich das Entdecken so vieler verschiedener Geschichten. Die stecken nämlich überall, wenn man erst einmal angefangen hat. Auch, wenn ich sie nicht gleich ausführlich aufschreibe, weiß ich doch, dass sie da sind und dass der Tag kommt, an dem ich mehr darüber erfahren darf. Sie also entdecken darf.
Übrigens auch ein Erlebnis, dass sich in meiner zweiten großen Leidenschaft – dem Improtheater – wiederfindet.

 

Das klingt fast magisch. Dann kannst Du Deine Ideen quasi überall finden?
Ja! Unterwegs finde ich zum großen Teil Ideen, die sich wunderbar in Geschichten einfügen lassen. Wenn ich etwas sehe, oder höre. Manchmal ist es auch die Kombination, die eine Idee weckt. Die Grundlagen für meine Geschichten liefern mir aber meist Träume.

 

Schreibst Du die dann gleich nach dem Aufwachen auf?
Unbedingt. Wenn ich aber gerade nichts zum Schreiben da habe, dann erzähle ich es ganz begeistert meinem Freund. Es kommt aber auch vor, dass ich aufwache und denke: “Wow! Das wäre eine super Idee für ein Manuskript!” Und schon im nächsten Moment ist der Traum komplett verschwunden.

 

Wie viele Ideen warten denn gerade darauf geschrieben zu werden?
Grob geschätzt wahrscheinlich so um die 10. Einige davon sind schon sehr konkret und andere wiederum nur ganz vage skizziert. Ganz bunt gemischt.

 

Und wie entscheidest Du, welche Idee Du als erstes in Angriff nimmst?
Ich blättere durch das Notizbuch und lese mir durch, was ich bisher zu allen Projekten und Ideen aufgeschrieben habe. Meist gibt es dann ein ganz bestimmtes, das sich in den Vordergrund drängt. Und das schreibe ich dann. So war es mit Sépharial und so war es auch mit dem Zwischenprojekt. Bisher funktioniert es also ganz gut.

 

Das freut mich. Wie geht es nach der Veröffentlichung eines Buches weiter? Was machst Du, um Deine Geschichten bekannt zu machen?
Ich gestehe, bei meiner ersten Veröffentlichung war ich noch etwas überfordert und überwältigt. Ich kam gar nicht dazu, so etwas wie eine Blogtour oder ähnliches zu organisieren. Mittlerweile habe ich aber einige Aktionen mit Bloggern für die Zukunft geplant. Ich versuche das Buch einfach langfristig immer wieder ins Gespräch zu bringen.
Auch habe ich die verschiedenen Buchhandlungen hier in der Nähe besucht und nach möglichen Events wie Lesungen oder einem Meet&Greet zu fragen. Tatsächlich stehen auch einige Lesungen an, auf die ich mich übrigens schon sehr freue. Meiner Geschichte mit meiner Stimme Leben einhauchen zu dürfen ist das Allerschönste!

 

Hast Du denn auch ein Treffen auf der Frankfurter Buchmesse 2019 geplant?
Geplant bisher noch nicht, aber ich möchte definitiv da sein. Zusammen mit dem GedankenReichVerlag werden wir wahrscheinlich wieder Signierstunden anbieten. Außerdem kann man mich am Freitagabend bei dem Event 9lesen treffen. Zwar leider nicht als Lesende, aber ich bin als Organisatorin vor Ort.

 

Oh schön, dann hat man da ja Gelegenheit, dich persönlich kennenzulernen und Dir vielleicht noch weitere Löcher in den Bauch zu fragen.
Sehr gerne! Für alle, die bis dahin nicht warten wollen, oder nicht auf der FBM sein können gibt es auch das Festival Fantasia, da bin ich auch anzutreffen.

 

Super. Dann danke ich dir ganz herzlich für deine Zeit und freu mich schon auf ein Treffen auf der FBM.

Autorenfoto: Jana Tomy

Coverrechte: GedankenReich Verlag

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