Autoreninterview

Jenny Völker

Hallo Jenny, danke, dass Du Dir heute für mich Zeit nimmst. Könntest Du Dich bitte kurz vorstellen, damit meine Leser erfahren, wen ich heute mit meinen Fragen löchere?
Hallo Moni, vielen Dank. Ich freue mich, mich dir und deinen Lesern näher vorstellen zu dürfen. Mein Name ist Jenny Völker, ich bin 36 Jahre alt und schreibe Fantasy- und Märchenromane für Erwachsene.

 

Märchenromane für Erwachsene? Also keine Märchenadaptionen, sondern wirklich richtige Märchen, aber mit der Zielgruppe Erwachsene? Das klingt tatsächlich erst einmal sehr ungewöhnlich. Wieso genau dieses Genre?
Ich selbst liebe Märchen und Disneyfilme. Ich finde es spannend, an der Seite der Protagonisten ein verborgenes Königreich zu entdecken, Feen und Drachen zu begegnen und auf einem Besen durch die Luft zu sausen. Leider sind die Hauptfiguren in der Regel Kinder, Jugendliche oder sogenannte Young Adults. Die stehen an einem anderen Punkt im Leben, andere Dinge beschäftigen sie und sie setzen ihre Prioritäten anders als wir “Großen”. Und weil ich davon überzeugt bin, dass es noch mehr magieliebende und abenteuerlustige Erwachsene wie mich gibt, habe ich mich dafür entschieden, für uns Große solche Geschichten aufzuschreiben, sprich mit erwachsenen Protagonisten.

 

Ich hab ja schon selber eines Deiner Bücher gelesen und kann nur sagen: Ja, wir Erwachsene brauchen definitiv auch Magie in unserem Leben. Dann sind Deine Protagonisten alles Erwachsene?
Ja, genau. Marie in “Sternmarie” war mit ihren 25 Jahren die jüngste. Die anderen sind um die 30 oder älter.

Und von den Rückmeldungen, die Du so kriegst: Sind Deine Leser dann auch in diesem Alter?
Die, von denen ich weiß, sind ca. 25 und älter. Ich habe mich letztens über eine Leserstimme sehr gefreut, die es toll fand, mit Hannah aus “Im Bann der verwunschenen Zeit” eine Mutter in der Hauptrolle zu haben, wie die Leserin selbst eine ist. Diese und andere positive Nachrichten bestätigen mich in meinem Weg.

 

Aber gerade schreibst Du ja an einem Fantasy-Buch, wenn ich das richtig im Kopf habe. Warum der Wechsel?
So ein starker Wechsel ist es gar nicht. Die Hauptfigur ist Mayla und 32 Jahre alt. Wir treffen zwar keine Märchenfiguren in der Trilogie, aber um dir und deinen Lesern schon eine Kleinigkeit zu verraten: Sie findet mit ihren 32 Jahren heraus, dass sie eine Hexe ist. Ich höre so viele Erwachsene, die auch gerne einen Brief aus Hogwarts bekämen oder davon träumen, dass sie eines Morgens aufwachen und plötzlich hexen können. Ich denke, die Geschichte wird dieselben Leser ansprechen wie die Romane zuvor.

 

Hexen gehen tatsächlich immer.
Wird es wieder ein Einzelband?
Ich hatte auf jeden Fall große Lust, über Hexen zu scheiben. Nein, es wird dieses Mal eine Trilogie, aber alle 3 Bände werden dieses Jahr noch erscheinen, sodass niemand länger als 8 Wochen auf den Folgeband warten muss.

 

Was, alle dieses Jahr?? Wie schnell schreibst Du bitte? Oder sind die Bücher schon fertig und warten nur darauf, veröffentlicht zu werden?
Es ist tatsächlich meine größte Herausforderung dieses Jahr und ich mache kaum etwas anderes als zu schreiben. Aber es macht so viel Spaß! Band 1 ist bereits im Lektorat und bei den Testlesern gewesen, Band 2 werde ich in dieser Woche die Rohfassung fertigschreiben und ab Juni setze ich mich direkt an Band 3.
Da es eine große Geschichte ist, lässt sie sich toll erzählen.

 

Wow, ich bin wirklich beeindruckt. Dann bist Du sicher aus sehr diszipliniert und hast feste Schreibzeiten, oder?
Ich hatte feste Schreibzeiten, bis das große C unser aller Leben durcheinandergebracht hat. Ich schreibe wie gesagt in jeder freien Minute. Ich hatte mir einen Tagessoll von 2000 Wörtern gesetzt, um meinen Zeitplan zu schaffen. Von dem habe ich mich aber mittlerweile getrennt. Kreativität lässt sich nicht planen. Es gibt Tage, da schreibt sich die Geschichte fast von selbst, und es gibt Passagen, da muss ich viel überlegen und es stockt. Ich schreibe einfach jeden Tag, bis ich merke, für heute reicht es. Und morgens stehe ich vor allen anderen auf und setze mich direkt wieder dran.

 

Das kann ich sehr gut nachvollziehen, mit festen Schreibzeiten würde es bei mir wohl gar nicht funktionieren. Du stehst vor allen anderen auf, heißt wann?
Ach, das klang jetzt so früh. Aber so ein früher Frühaufsteher bin ich gar nicht. Meist ist es zwischen 6 und halb 7.

 

Das geht ja noch. Dann bist Du aber auch eher jemand, der morgens motiviert an die Sache geht und niemand, der bis in die Nacht hinein schreibt?
Das kommt immer darauf an. In der Regel sitze ich sehr gerne morgens dran. Aber manchmal packt es mich so sehr, dass ich bis Mitternacht weiterschreibe. Das Prequel zu Verwünschung habe ich zum Beispiel an 4 Abenden geschrieben. Da hat mich die Muse gepackt und kaum ein Satz, den ich geschrieben habe, war richtig, aber ich konnte nicht aufhören. Es war fast wie ein Wahn.

Ein richtiger Schreibflash also. Gibt es denn etwas, das Du zum Schreiben unbedingt brauchst z.B. Musik, Kaffee, Schokolade, absolute Ruhe …?
Ich hätte gerne absolute Ruhe, aber als Mama … du kennst das ja. Wenn ich nicht mehr weiterkomme, backe ich gerne Pfannkuchen. Das macht Spaß, dabei bin ich an einem anderen Ort und der Zucker bringt das Hirn auf Touren.

 

Bei Pfannkuchen werde ich auch schwach.
Was würdest Du denn sagen, ist das Schwierigste am Autorendasein?
Das Schreiben selbst. Es ist das schönste und auch das schwierigste. Es lauern so viele Ablenkungen an jeder Ecke und es gibt Tage wie heute, da weiß ich, ich müsste eigentlich Band 2 weiterschreiben, aber ich schaue erst mal auf FB und IG nach, was die Anderen so mache, schicke mir mit anderen Autoren Nachrichten und tippe mehr auf dem Handy als am PC. Es ist nicht immer leicht, sich zu motivieren und dranzubleiben, da man keinen Chef im Nacken sitzen hat, der einem über die Schulter linst.

 

Die Ablenkung durch Social Media kennen wir alle sicher sehr gut.
Dranbleiben, diesen Rat habe ich tatsächlich schon von vielen Autoren gehört. Was würdest Du angehenden Kollegen noch raten?
Vernetzt euch mit anderen Autoren. Zu zweit, wenn auch nur virtuell, schreibt es sich an manchen Tagen leichter. Und es tut gut sich auszutauschen und sich gegenseitig zu motivieren.

 

Also sind nicht alle Autoren neidische Konkurrenten?
Nein, um Gottes willen. Wir können doch gar nicht genug schreiben, um alle Leser alleine glücklich zu machen.

Eine sehr schöne Einstellung.
Neben dem Vernetzen, was würdest Du sagen, ist noch wichtig, um ein Buch bekannt zu machen?
Es ist meiner Meinung nach sehr wichtig (und auch spaßig), sich mit vielen Bloggern zu vernetzen, die dir helfen, zum Coverreveal und dem Erscheinungstag dein Buch in die Öffentlichkeit hinauszutragen. Außerdem helfen Leserunden auf Lovelybooks und natürlich ein super tolles und zur Geschichte passendes Cover!

 

Was macht Dir davon denn am meisten Spaß?
Das Schreiben mit den Bloggern finde ich am schönsten. Vor allem wenn sie meine Bücher bereits kennen und sich mit mir auf die nächste Veröffentlichung freuen. Das ist so ein schönes Gefühl.

 

Dann sind Dir die Rückmeldungen Deiner Leser also sehr wichtig? Liest Du denn jede Rezension?
Ich lese jede, ja, und ich bin jedes Mal sehr aufgeregt. So viele sind es noch nicht, dass ich den Überblick verlieren könnte, aber es werden mit jedem Buch mehr. Es ist doch das schönste, wenn du als Autorin Rückmeldung bekommst, was deinen Lesern gefallen hat, an welchen Stellen sie das Buch nicht mehr weglegen konnten oder sogar geweint haben vor Freude oder Mitgefühl. Wenn ich so etwas lese, denke ich mir: Dafür schreibe ich.

 

Da geht einem sicher das Autorenherz auf. Aber wie geht es Dir da mit kritischen Rezensionen?
Oh, das ist wirklich nicht leicht. Man gewöhnt sich zwar daran, Kritik zu bekommen, aber wenn ich behaupten würde, es verletze mich nicht, würde ich lügen. Wenn es konstruktive kritische Rezensionen sind, versuche ich etwas daraus mitzunehmen. Denn dafür haben sie die Leser geschrieben. Aber manchmal merke ich auch einfach, dass derjenige nicht zu meiner Zielgruppe gehört hat. Das muss man auch akzeptieren. Es kann nicht jedem gefallen, wie und was ich schreibe.

Eine sehr professionelle Einstellung. Gibt es denn am Ende unseres Interviews noch etwas, das Du den Lesern gerne sagen möchtest?
Glaubt an euch und eure Träume und verliert nicht die Hoffnung, dass auch euch eines Tages eine kleine Fee begegnet, die euch zu einem spannenden Abenteuer abholt. Wie hat die gute Fee zu Cinderella gesagt, bevor sie ihr das Kleid und die Kutsche gezaubert hat? “Wenn du den Glauben an Wunder verloren hättest, wäre ich gar nicht hier.”

 

Was für schöne und magische Worte. Vielen Dank, auch für Deine Zeit.
Wenn ihr mehr über die Autorin Jenny Völker und ihre Bücher erfahren möchtet, schaut gerne hier vorbei:
https://www.jennyvoelker.com/
https://www.facebook.com/Maerchenromanautorin/
https://www.instagram.com/jennyvoelker_autorin/

Autorenfoto: Jenny Völker

Bild: pixabay

Covergestaltung: Juliane Buser

Coverrechte: Jenny Völker

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