Familiengeschichte,  Rezension

Der Windhof

    *Werbung / Rezensionsexemplar   Inhalt Mel hat durch einen tragischen Unfall ihren Mann verloren und danach nie wieder richtig ins Leben zurückgefunden. Stattdessen schließt sie sich zuhause ein und hat kaum noch Kontakte. Als ihre Großmutter Lene stürzt und ans Bett gefesselt ist, muss Mel unfreiwillig aus ihrem Schneckenhaus kriechen und sich um die alte Frau kümmern, die ihr immer zu streng erschienen ist und ihr Angst gemacht hat. Doch auch Lene hat ihren Mann viel zu früh und unter tragischen Umständen verloren. Während sie Mel ihre Geschichte erzählt, wird dieser klar, dass das Leben für sie vielleicht…
Dieses Buch habe ich wirklich in einem Rutsch weggesuchtet, so sehr haben mich die Schicksale von Mel und Lene berührt. Die Geschichte ging mir unter die Haut und hat mich lange nicht losgelassen. Ein echtes Herzensbuch.

Zusammenfassung

5 / 5 Sternen

5

Dieses Buch habe ich wirklich in einem Rutsch weggesuchtet, so sehr haben mich die Schicksale von Mel und Lene berührt. Die Geschichte ging mir unter die Haut und hat mich lange nicht losgelassen. Ein echtes Herzensbuch.

 

 

*Werbung / Rezensionsexemplar

 

Inhalt
Mel hat durch einen tragischen Unfall ihren Mann verloren und danach nie wieder richtig ins Leben zurückgefunden. Stattdessen schließt sie sich zuhause ein und hat kaum noch Kontakte.
Als ihre Großmutter Lene stürzt und ans Bett gefesselt ist, muss Mel unfreiwillig aus ihrem Schneckenhaus kriechen und sich um die alte Frau kümmern, die ihr immer zu streng erschienen ist und ihr Angst gemacht hat.
Doch auch Lene hat ihren Mann viel zu früh und unter tragischen Umständen verloren. Während sie Mel ihre Geschichte erzählt, wird dieser klar, dass das Leben für sie vielleicht doch noch ein paar Überraschungen bereithält, wenn sie dafür bereit ist … .

 

Meine Meinung
Das Buch beginnt mit einem Prolog, der mir sofort Gänsehaut über den ganzen Körper gejagt hat. Er zeigt auch, dass hinter der Geschichte so viel mehr steckt, als man aufgrund des Klappentextes glauben könnte und ich freute mich sehr darauf, zu erfahren, was Lene wirklich erlebt hat.
Zunächst springt das Buch aber erst einmal zu Mel und wir erfahren, was mit ihrem Mann geschehen ist und wie sie damit umgeht. Dieser Anfang ist ehrlich gesagt sehr bedrückend, aber er zeigt auch deutlich, wie sehr Mel unter der Situation leidet und dass sie wirklich ihren Lebensinhalt verloren hat. Sehr emotional und authentisch schildert Sonja Roos die Gefühle ihrer Protagonistin und lässt ihre Leser*innen hautnah daran teilhaben. Ich konnte förmlich die Verzweiflung und Trauer von Mel greifen und wünschte mir nichts mehr, als dass die junge Frau aus diesem dunklen Loch herausfinden würde.
Eher widerwillig zieht sie bei ihrer kranken Großmutter ein. Das holt sie erst einmal aus ihrem Alltagstrott heraus, denn Lene hält sie ganz schön auf Trab. Und dann taucht man gemeinsam mit Mel in die Geschichte ihrer Oma ein und anhand der Jahreszahl kann man schon erahnen, was Lene erlebt hat, aber als ich dann von ihrem Schicksal erfuhr, war ich ehrlich sehr berührt. Ich liebte diese zweite Erzählspur und fand es sehr schön, dass wir in regelmäßigen Abschnitten darin eintauchen durften und so Lenes Sichtweise direkt miterleben konnten, denn so wurden die Emotionen direkt auf mich übertragen. Es war, als wäre ich direkt Teil der Geschichte und würde sie nicht nur als Außenstehender miterleben. Ich habe mit Lene mitgefiebert, getrauert und geliebt. Ich war verzweifelt, mutig, ängstlich, stark und brach völlig zusammen. Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle und ich schloss die junge Lene so sehr in mein Herz, dass ich mir fast wünschte, sie wäre keine fiktive Figur und ich könnte sie persönlich kennenlernen.
Sonja Roos gelingt es auch wirklich sehr gut, eine Brücke zwischen Lene und Mel zu schlagen, so dass Mel nach und nach erkennt, dass es immer Rückschläge im Leben gibt, es aber darauf ankommt, wie man damit umgeht und was man aus seinem Leben noch macht. Es gefiel mir sehr gut, wie die Autorin hier die beiden Schicksale miteinander verknüpft, Parallelen aufzeigt und Mel somit ein Werkzeug an die Hand gibt, um ihr Leben wieder aufzunehmen.
Und obwohl es auch eine Liebesgeschichte gibt und der männliche Protagonist auch einen Teil dazu beiträgt, dass Mel wieder offener für ihre Zukunft wird, hatte ich nicht das Gefühl, dass Liebe hier die Lösung ist. Das fand ich sehr gut, weil eine neue Liebe sich zwar positiv auswirken kann, aber über alles hilft sie meiner Meinung nach auch nicht hinweg. Deshalb finde ich es gut, dass Sonja Roos die Liebe in ihrer Geschichte nicht als Allheilmittel dargestellt hat. Allerdings hat mich die Lovestory doch einiges an Nerven gekostet. Während nämlich der männliche Protagonist sich seiner Gefühle schnell sicher ist und weiß, was er will, hadert Mel immer mit sich und stößt den Loveinterest immer wieder von sich. Das war nicht nur für ihn anstrengend, ich hätte sie auch gerne das eine oder andere Mal geschüttelt. Das tat aber meinem Lesegenuss keinen Abbruch und hat für mich nur den inneren Zwiespalt von Mel noch authentischer gemacht.
Am Ende hat mir das Buch dann noch mal alles abverlangt und ich habe richtig Rotz und Wasser geheult, so sehr ging mir diese Geschichte unter die Haut. Trotzdem konnte ich „Der Windhof“ mit einem zufriedenen Schmunzeln zuschlagen. Aber das ist definitiv ein Buch, das mir noch länger im Gedächtnis bleiben wird.

 

Fazit
„Der Windhof“ von Sonja Roos ist ein Buch, das mir sehr unter die Haut ging. Sowohl Mels, als auch Lenes Geschichte sind sehr emotional und haben mich tief berührt und einfach nicht mehr losgelassen. Ich war Teil der Story und habe jede Emotion hautnah miterlebt. Das ist definitiv ein Buch, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird, ein echtes Herzensbuch.

Foto: ©Monika Schulze

Coverrechte: Goldmann Verlag

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