Aktion

Sommerfest bei Süchtig nach Büchern – Gast Nr. 10

Am Montag hatte ich einen interessanten Gast: http://suechtignachbuechern.de/2019/07/sommerfest-bei-s…echern-gast-nr-9/ oder wann hat man sonst schonmal eine Furie bei sich zu Besuch :)

 

Dieses Mal kam jemand vorbei und hat mich sofort aus meiner Küche verdrängt, aber obwohl das sonst mein absolutes Refugium ist, hatte ich dieses Mal gar nichts dagegen :) Aber lest selbst …
In der Küche der großartigen Gastgeberin Monika (Gattung: homo sapiens) steht Eugene (Gattung: homo amphibiaensis).
»Sorry, aber ich muss deine Küche jetzt in Beschlag nehmen.« Eugene sucht etwas. »Du kannst nicht allen Ernstes nur ZWEI Pfannen besitzen? Wie soll das gehen? 20 Tortillas in zwei Pfannen machen? Hm? Was? Ahhhh! 23 Tortillas, sagst du? Haben sich deine Gäste still und heimlich vermehrt ?« Eugene sieht sich verzweifelt um, öffnet Schränke und Schubladen. Dann schüttelt er den Kopf. Seine schönen, mandelförmigen Augen blicken entsetzt.
Moni findet ihn süß, wie er sich gerade aufregt. Obwohl sonst nur die Farbe seiner hellbraunen Augen und seine sonnengebräunte Haut an etwas Süßem erinnert: an Honig. Ansonsten wirkt er eher männlich, vielleicht sogar etwas wild.
»Plan B«, mault er, greift zum Handy und ruft irgendwo an.
»Pfannen, ja!«, ruft er, nachdem er eine Weile mit jemandem leise gesprochen hat, den er »Barry« nennt. Er flucht mit irischem Akzent und benutzt dabei mindestens drei Mal das Wort »bloody«. Und dann schmeißt er wütend das Handy in eine Ecke.
»Kein Plan B«, sagt er auf Monikas fragendem Blick hin.
»Plan C?«, fragt die Gastgeberin etwas irritiert.
»Yoa, aber der ist schon krass.«
»Lass hören«, sagt sie aufmunternd.
»Wir packen alle Gäste auf ein Boot und fahren rüber zum Mesón del Mar. Mein Onkel Barry hat seine Tapasbar bestens ausgestattet.«
»Boot? Ähm, wir sind hier auf dem Festland, Wasser ist nicht … Und Spanien ist …«
»Ja, ja, ich weiß«, brummt Eugene und kratzt sich am Kinn. »War ja auch kein echter Plan. Aber ich hab’s gleich«, fügt er hinzu und kehrt Moni den Rücken zu.
Dabei passiert etwas mit ihm, unter seinem T-Shirt zuckt es und seine Haut verändert sich an den Armen und im Nacken. Und an den Beinen, sichtbar dort, wo diese aus den dunkelgrauen Bermuda-Shorts ragen. Moni schaut gebannt zu. Endlich dreht sich Eugene um. Oder das, was mal ein Eugene gewesen war. Denn der hier sieht eher wie ein Feuersalamander aus. Ein hübscher zwar, aber doch irgendwie unheimlich. Vor allem diese gelblichen Augen, die sie jetzt fixieren …
»Bin gleich zurück«, sagt er mit rauer Stimme und klettert einfach kopfüber zum Küchenfenster hinaus. Moni will hinspringen, immerhin ist ihre Küche im ersten Stock. Doch sie steht wie angewurzelt da. Ehe sie einen klaren Gedanken fassen kann, taucht Eugene wieder im Fenster auf, klettert zurück in die Küche, in der einen Hand zwei Pfannen.
»So, Problem gelöst«, sagt er, grinst dabei schief, während er sich zum alten Eugene zurückverwandelt und das Honigbraun seiner Augen zurückkehrt. »Na ja, besser als zwei. Du weißt von nix, einverstanden?«
Moni schnaubt und findet ihre Sprache wieder: »Du meinst, dass du dich gerade vor meinen Augen in einen Landamphibion verwandelt hast? Oder dass du mit den Pfannen meiner Nachbarin zurückkommst?«
»Beides«, sagt Eugene und sein Grinsen wird breiter. „Okay, ich gebe zu, wenn ich mich verwandle, bin ich nicht so hübsch wir die anderen – die Wasseramphibien.«
Moni fragt sicherheitshalber: »Denen sieht man nichts an?«
»Stimmt genau. Hättest ja auch Alex einladen können. Der hätte dann aber Algenpizza serviert.«
»Nein, nein«, ruft Moni schnell. »Passt schon. Aber klaust du immer deine Küchenutensilien von deinen Nachbarn?«, fragt sie leicht verschnupft.
»Ist das erste Mal«, gibt Eugene gelassen zu. »Ab hier komme ich dann allein zurecht. Schau du ruhig nach deinen Gästen, nicht, dass sie sich noch weiter vermehren. Die sind ja schon richtig in Partylaune.« Er schiebt sie Richtung Tür und greift sich den Sack Kartoffeln, den er mitgebracht hat.
Moni geht kopfschüttelnd zu ihren Gästen in den Garten runter, fragt sich dabei, ob dieser Typ sie gerade aus der eigenen Küche geworfen hat. Auf jeden Fall braucht sie jetzt einen Drink.
Eugene kramt inzwischen sein Rezept hervor und fängt mit dem Kartoffelschälen an.

Eugenes spanische Tortilla mit Geheimtipps für die Zubereitung
Zutaten für 2 Tortillas:

 

600 g Kartoffeln

4 Eier

1 Zwiebel

Etwas Öl (Olivenöl z.B.)

Außerdem nach Geschmack: etwa 100 g Räucherlachs, und/oder 1 kleine Aubergine, roter Paprika, Champignons können ebenso genommen werden. Alles kleinwürfeln.

 

Zubereitung:

Kartoffeln schälen und in kleine gleichmäßige Würfel schneiden. Waschen und dann in Salzwasser nicht ganz weich kochen. Nach dem Kochen abseihen und im Sieb etwas abkühlen lassen. Aber nicht ganz kalt werden lassen!

 

Der 1. Tipp: Die Kartoffeln vorab kochen und diese noch warm zum Ei geben. Nicht das Ei zu den Kartoffeln! Was vielleicht albern klingt, aber den Unterschied ausmacht.

Zwiebel schälen und sehr klein hacken.

 

Eier in einer großen Schüssel schlagen, Zwiebeln dazu.

 

Der 2. Tipp: Die zusätzlichen Zutaten wie Zwiebeln, Paprika, usw. nicht vorab zubereiten. Sie kommen roh in das gequirlte Ei hinein.

 

Jetzt können auch die anderen Wahlzutaten dazugegeben werden.

Etwas salzen, pfeffern. Man kann die Mischung auch mit Muskat, Petersilienblätter, Basilikum oder auch Thymian würzen.

 

Der 3. Tipp: Wenn man eine wunderbare gelbe Farbe der Tortilla haben will, kann man in die Mischung auch einen halben Teelöffel Gelbwurz einrühren.

 

Die noch warmen Kartoffeln werden nun in die Eiermischung gerührt. Abgedeckt etwa eine viertel Stunde durchziehen lassen.

 

Öl in eine Pfanne erhitzen. Wenn vorhanden, auch die 2. Pfanne mit Öl erhitzen.

 

Die Kartoffel-Zwiebel-Mischung auf die Pfannen verteilen. Ca. 10-15 Min. im Öl garen, aber keinesfalls zu dunkel werden lassen. Man kann anfangs einen Deckel benutzen, damit die Mischung stocken kann, bis der Boden schön goldgelb ist.
Dann wie einen Pfannkuchen vorsichtig wenden und die 2. Seite genauso garen. Wenden gelingt gut, wenn man zuerst die Tortilla auf einen Teller gleiten lässt, einen 2. Teller nimmt, den ersten abdeckt, umdreht und dann die gewendete Tortilla wieder in die Pfanne gleiten lässt.
Anschließend ca. 15 Min. ruhen lassen, in Stücke schneiden und mit Tomatenscheiben und frischer Petersilie servieren.

Schmeckt warm und kalt!

 

Guten Appetit!

 

Auszug aus »Schattenblau 2«
Nachdem er seine Last losgeworden war, wandte sich Eugene Lilli zu und grinste sie an.
Er sah verändert aus, fand Lilli sofort. Sein Gesicht war schmal geworden und die Haare trug er jetzt kurz. Er sah aus, als hätte er eine Verwandlung hinter sich, durchfuhr es sie. Kaum etwas erinnerte mehr an den Jungen, den sie vor fünf Monaten kennengelernt hatte. Seine Züge hatten eine kantige Entschlossenheit angenommen. Er sah nicht schlecht oder ungesund aus, nur … anders. Männlicher, ein wenig finster. Vielleicht lag es auch am schwarzen Hemd, das er zu seiner dunkelbraunen Jeans trug. Wer ihn aber zum ersten Mal sah, musste ohne Zweifel Respekt vor ihm empfinden.
»Du siehst gut aus«, sagte sie, als sie merkte, dass Eugene sie genauso neugierig musterte.
»Oh, du aber auch«, gab er zurück. Er ließ seinen Blick zu Lillis Füßen und wieder hochgleiten. »Bist nun endlich erwachsen geworden, wie ich höre.« Er schaute ihr in die Augen. Einen Moment war Lilli merkwürdig befangen von seinem klaren, funkelnden Blick. Die kurze Frisur unterstrich seine exotischen Augen, mandelförmig und von einem hellen Braun, das bei näherem Betrachten Grünsprenkel enthüllte. Es lag nun echte Wärme darin, ein leises Lächeln, das sie streifte. Sie merkte plötzlich, wie sehr sie ihn vermisst hatte.
Vielleicht dachte Eugene das Gleiche, denn er trat auf sie zu. Ehe sie es sich versah, umarmte er sie fest. »Alles Gute zum Geburtstag«, sagte er, ließ sie wieder los und drückte ihr einen Kuss auf die Wange.
»Danke. Und danke ganz besonders für deine Kochaktion.«
»Klar, neun Tortillas hinzukriegen war ein Kinderspiel.« Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: »Die paar Schwielen an den Fingern vom Schälen der vielen Kilo Kartoffeln sind nicht der Rede wert.«
Lilli machte eine schuldbewusste Miene. »Ich habe die Telefonnummer der nächsten Pizzeria bereitgelegt.«
»Soso. Du hast ernsthaft geglaubt, ich würde dich hängenlassen?« Eugene funkelte sie aus schmalen Augen an.
Sie kannte diesen gespielt bösen Blick, grinste breit, ging aber nicht weiter darauf ein. Stattdessen brachte sie ihn auf den neuesten Stand. »Wir haben zwei Gäste weniger in der Runde.« Als Eugene sie fragend ansah, verkündete sie: »Meine Eltern haben beschlossen, uns schon vor dem Essen zu verlassen.« Das musste reichen. Dass ihre Mutter wie eine Furie auf Alex reagiert hatte, brauchte er nicht zu wissen.
»Dann pack ich mal das verbotene Zeug aus«, kommentierte Eugene. Er lachte herzhaft über Lillis entsetztes Gesicht. Doch sein Lachen erstarb abrupt.
Alex war zu ihnen getreten. »Hey, Eugene«, sagte er zur Begrüßung. Er blieb auf Abstand hinter Lilli stehen.
Herrgott, hatte denn Alex auf alle diese Wirkung, dachte Lilli entnervt, als sie Eugenes wechselndes Mienenspiel erblickte. Für den Bruchteil einer Sekunde glaubte sie, in seinen Augen einen Funken dessen zu sehen, was sie in den Augen ihrer Mutter gesehen hatte.
»Alex«, war alles, was Eugene sagte.
»Mmh! Das riecht ausgesprochen lecker.« Alex deutete auf die gestapelten Schachteln. Lilli sah ihm an, dass er sich bemühte, die Spannung herunterzuspielen.
»Ja!«, rief sie rasch und warf Alex einen dankbaren Blick zu. »Ich habe einen Riesenhunger. Ich schlage vor, wir lassen das Essen nicht kalt werden.«

 

 

 

 

 

 


Und hier die Infos zum Buch:

Titel: Schattenblau 1 – Das Herz der Tiefe

Autorin und Bildrechte: Karla Fabry

Seitenzahl: 480

Preis eBook: 2,99 € (D)

Preis TB: 12,99 € (D)

ISBN: 978-1500439781

 

 

Klappentext:
Die 17-jährige Lilli LeBon reist gegen ihren Willen mit ihrer Familie aus New York in ein spanisches Kaff aus. Ihr Frust verfliegt aber bald, als sie Alex Valden begegnet – dem mysteriösen Jungen mit einem dunklen Geheimnis, dunkler als die Tiefsee. Er kann nicht Fahrrad fahren, aber ohne Taucherausrüstung lange tauchen – viel zu lange! Er findet Kirschmarmelade göttlich, spielt gern Theater und schreibt wunderschöne Liebesbriefe. Doch Lilli erkennt bald, dass das Böse nicht nur in den Tiefen des Meeres lauert. Es schlummert auch jenseits von Alex’ wundervollen Gewitterwolkenaugen und wartet hungrig, geweckt zu werden …
Und so erwacht eine uralte Legende im Schatten des Leuchtturms und ein Menschenmädchen berührt für immer das Herz der Tiefe.
Die Geschichte erzählt von Gegensätzen, die in einer großen Liebe eins werden. Von einem Schicksalsband, stärker als der Wille; vom Finden und wieder Verlieren; von Gefahr und Rettung; von einer Tropfsteinhöhle unter dem Meer und einem geheimnisvollen alten Buch. Und sie erzählt von zwei jungen Herzen, die gegen alle Vernunft füreinander schlagen.

(Quelle: Karla Fabry)

 

Mehr Informationen zur Autorin und ihren Büchern findet ihr hier:
www.karla-fabry.de

Banner: ©Juliane Buser

Bild Rezept: Karla Fabry

Cover: Karla Fabry

Text: Karla Fabry

Ein Kommentar

  • Helga de Lippe

    Ich habe alle beide Bücher von Schattenblau innerhalb von 3 Tagen gelesen, konnte nicht aufhören, so gefesselt war ich von den Ereignissen und den Charakteren. Dabei sind auch tränen geflossen. Wann kommt Band 3 kann kaum erwarten wie es weiter geht. Alles liebe und gute, viel Inspiration beim Schreiben ihre Helga de Lippe

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