Contemporary,  Rezension

Juli im Winter

Cover 

 

 Titel: Juli im Winter
 Autor/in: A.L. Kahnau
 Seitenzahl: 280
 Preis: 9,99 € (D)
 Cover / Bildrechte: A.L. Kahnau

 

Inhalt:

Juli fühlt sich in ihrem Internat sehr wohl. Sie hat dort Freunde gefunden, ihre Noten sind gut und ihre Wahlfächer bereiten ihr viel Spaß.
Doch dann taucht eine neue Mitschülerin auf und obwohl Juli sie freundlich aufnimmt und ihr alles zeigt, scheint diese nicht besonders dankbar zu sein. 
Plötzlich muss Juli erkennen, dass sich das Leben ganz schnell ändern und das Blatt ganz schnell wenden kann. Gerade noch an der Spitze, findet sich das Mädchen auf einmal ganz unten wieder … .

Meine Meinung:

Das Cover und der Klappentext haben mich sehr neugierig gemacht und ohne wirklich zu spoilern (denn das Thema wird bereits im ersten Kapitel offenbart): Ich finde das Thema Mobbing sehr aktuell und interessant. Es gibt so viele Facetten davon und die Anfänge sind meist schleichend.
A.L. Kahnau greift dieses Thema in ihrem Buch „Juli im Winter“ auf. 

Das Buch beginnt quasi mit dem Ende und hat mich sofort sehr berührt. Die Autorin beschreibt die Gefühle so mitfühlend und eindringlich, so authentisch und ungeschönt, dass ich sie fast selbst spüren konnte. Selten hatte ich ein Buch in der Hand, das gleich zu Beginn so voller Gefühl war. Mit nur wenigen Seiten hat A.L. Kahnau mich gefangen und ich wollte unbedingt wissen, was genau passiert ist.
Im Anschluss erfährt man dann auch noch von Julis Familiengeschichte, die ihre Spuren bei dem Mädchen hinterlassen hat. Sie ist so jung und musste schon so viel durchmachen. Juli hatte sofort mein Mitgefühl, aber anstatt an allem zu zerbrechen, versucht sie ihren Weg zu finden und obwohl man manchmal den Eindruck haben könnte, als wäre sie „perfekt“, wirkte sie auf mich doch eher zerbrechlich. Bei ihr muss man beim Lesen auf jeden Fall hinter die Fassade blicken, um sie nicht als zu glatt zu empfinden. Spätestens am Ende fällt einem jedoch auf, wie gut sie der Autorin gelungen ist, denn da fällt der Schleier und man kann in Julis Inneres blicken. Für mich ist die Protagonistin jedenfalls sehr gut ausgearbeitet und geschickt inszeniert. 
Doch auch Julis Gegenpart Vanessa ist sehr interessant und vielschichtig. Ihre Geschichte wird nach und nach aufgedeckt und so wird diese Figur greifbar. Gerne hätte ich noch mehr von ihrer Vergangenheit erfahren, doch manchmal ist es auch gut, wenn nicht alles „zerredet“ wird und man sich selber noch ein paar Gedanken machen kann.
Und Gedanken macht man sich über dieses Buch durchaus, denn ich trau mich fast wagen zu sagen, dass jeder schon einmal mit diesem Thema in Berührung gekommen ist. Je nach Erfahrung nimmt man die eine oder die andere Sichtweise ein, überlegt, wie man selbst handeln oder wie man sich in der Situation fühlen würde. Mich ließ das Buch jedenfalls gar nicht mehr los und ich habe es in nur wenigen Stunden durchgelesen. Julis Zwiespalt hat mich besonders nachdenklich gemacht, da ich ihn so gut nachvollziehen konnte. Wie kommt man aus diesem Teufelskreis heraus, wenn man keine Beweise hat? Wem kann man sich anvertrauen? Wer glaubt einem? Wie reagiert man am besten? Was macht einen überhaupt zum Opfer und was zum Täter? Wie kann man Betroffenen helfen oder noch besser, was kann man zur Vorbeugung tun? All diese Fragen gingen mir durch den Kopf und beschäftigen mich auch nach dem Lesen noch sehr lange. Mir persönlich ging Julis Schicksal jedenfalls sehr ans Herz und auch Nessa und ihre Klassenkameraden haben sich in meinen Gedanken festgesetzt und nicht mehr losgelassen.

Fazit:

A.L. Kahnau rüttelt mit ihrem Buch „Juli im Winter“ ihre Leser auf jeden Fall richtig auf und bringt ihnen das Thema „Mobbing“ sehr einfühlsam nahe. Julis Schicksal, aber auch Nessa und ihre Klassenkameraden haben mich sehr beschäftigt und nicht mehr losgelassen. Selten hatte ich ein Buch, das noch so lange in mir nachgehallt hat und das ich gerne auf die Leseliste jeder Schule setzen würde. Es MUSS einfach gelesen werden!

 Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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