Rezension

[Rezension] Zauberhaftes Aschenputtel

Cover 

 Titel: Zauberhaftes Aschenputtel
 Autor/in: J. Vellguth
 Seitenzahl: 200
 Preis: 9,99 € (D)
 Preis eBook: 2,99 € (D)
  Cover / Bildrechte: J. Vellguth

Annabelle träumte schon als Kind davon, den Prinzen zu heiraten. Doch bevor sie dieses Ziel erreichen kann, stirbt ihre Mutter und ihr Vater heiratet eine neue Frau, die in Anna nur eine Konkurrentin für ihre eigenen Töchter sieht. Demzufolge behandelt sie das junge Mädchen wie eine Dienstmagd und tut alles, um ihr das Leben schwer zu machen.
Um etwas Zeit für sich zu haben und der Grausamkeit ihrer Familie zu entkommen, flüchtet Annabelle in den Wald. Dort zwischen Tieren, Pflanzen und Feen fühlt sie sich wohl und geborgen. Und dort trifft sie eines Tages auf den Jäger Leo, der ihr zuhört und ihr das Gefühl gibt, nicht ganz alleine auf der Welt zu sein.

Doch eigentlich sollte Anna sich doch auf den Prinzen konzentrieren und sich nicht mit einem Jäger im Wald herumtreiben. Soll das junge Mädchen weiterhin ihrem Traum hinterher jagen oder ist es vielleicht besser, sich der Realität zu stellen?

Sofort als ich Cover und Klappentext sah, war mir klar, dass ich dieses Buch haben muss. Ich liebe Märchen und Aschenputtel ist eines meiner liebsten. Deshalb habe ich mich sofort in das Abenteuer gestürzt und befand mich mit Annabelle im Anwesen ihrer Eltern. Ich war sofort gefangen im Märchen, da vor allem auch der Schreibstil einfach zauberhaft ist und perfekt zu einem Märchen passt.
Hier bekommt man wirklich, was der Titel verspricht: Das Märchen Aschenputtel. Man findet viele bekannte Elemente: Die Mutter stirbt und der Vater heiratet eine andere Frau, die zwei Töchter mitbringt und Annabelle hasst. Diese muss fortan als Dienstmagd arbeiten, bekommt aber Hilfe von einer guten Fee, um schließlich auf dem Ball im Schloss auf den Prinzen zu treffen. Wenn man das so liest, denkt man, das Buch wäre nur eine „Aufwärmung“ des Märchens Aschenputtel, aber der Autorin J. Vellguth gelingt es wirklich sehr gut, neue Elemente in das altbekannte Märchen einzuflechten. 
Da ist z.B. Annabelles Vater, der so ganz anders ist, als der Vater von Aschenputtel und die wichtigste Person: Der Jäger, der immer ein offenes Ohr für Annas Sorgen hat. Auch eine der Stiefschwestern ereilt am Ende ein sehr überraschendes Ende und die gute Fee hat es auch ganz schön in sich. Ich fand es jedenfalls toll, herauszufiltern, was denn klassisch ist und was neu. Meiner Meinung nach gelingt es der Autorin sehr gut, hier die Waagschale zu halten. So ist der Rahmen altbekannt, so dass man sich wohl- und geborgen fühlt, weil man im Grunde weiß, was auf einen zukommt, man bekommt aber auch genug Raum, Neues zu entdecken und in das Märchen mitaufzunehmen. 
Am besten aber gefiel mir die Botschaft, die dieses Buch vermittelt: Während im klassischen Märchen die Hilfe stets von anderen kommt und vor allem die Magie dazu beiträgt, dass es ein Happy End gibt, wird hier ganz deutlich klar: Jeder ist selber verantwortlich für seine Taten und damit für sein Schicksal. Man sollte nicht immer darauf vertrauen, dass am Ende alles von selber gut wird, sondern man muss für seine Träume kämpfen und immer hart an sich arbeiten. Jeder ist eben selbst seines Glückes Schmied. 
Auch am Ende hält J. Vellguth noch eine Überraschung für uns Leser bereit, denn Annabelles Schicksal ist nicht vorbestimmt, sie hat immer noch die Wahl und muss selber entscheiden, wohin ihr Weg gehen soll. Das fand ich großartig und erfrischend und hat mich zum Schluss noch einmal richtig begeistert.

Wer das Märchen „Aschenputtel“ liebt, aber auch offen für neue Elemente ist, sollte sich dieses Buch auf keinen Fall entgehen lassen. 
Mit dem märchenhaften Schreibstil, den bekannten und doch irgendwie neuen Figuren und der einzigartigen Botschaft, die dieses Buch vermittelt, hat es die Autorin J. Vellguth geschafft, mich rundum zu begeistern.
Ein wahrlich zauberhaftes Buch.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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