Rezension

[Rezension] Zeit für Eisblumen

 

 Titel: Zeit für Eisblumen
 Autor/in: Katrin Koppold 
 Verlag: Rowohlt
 Seitenzahl: 320
 Preis: 9,99 € (D)
 ISBN: 978-1492100324
 Cover / Bildrechte: Rowohlt Verlag



Fee hat es nicht einfach: Neben ihrem stressigen Job beim Fernsehen kümmert sie sich noch um ihren Sohn Paul und den Haushalt, während sich ihr Freund Sam auf seine Referendarstelle konzentriert.

Da wundert es einen nicht, dass ihr plötzlich alles zu viel wird und sie einen Fehler nach dem anderen macht.

Als schließlich ihr ganzes bisheriges Leben auf dem Spiel steht, trifft sie spontan die Entscheidung sich eine Auszeit in Irland zu nehmen. Dort will sie sich auf die Suche nach David machen, einem jungen Mann, der ihr seit ihrer letzten Begegnung nicht mehr aus dem Kopf geht.

Doch irgendwie hat Fee sich die Reise spannender vorgestellt und auch das Treffen mit David wird so ganz anders, als sie gedacht hat. Und zusätzlich muss die junge Frau eines lernen: Vor seinen Problemen kann man nicht davonlaufen … die finden einen selbst in Irland.

Schon allein das Cover, der Titel und die Inhaltsangabe haben mich sofort für dieses Buch begeistert, doch als ich angefangen hatte zu lesen, konnte ich einfach nicht mehr aufhören und das obwohl die Geschichte eigentlich total ruhig ist. 
Von Beginn an, hatte ich echtes Mitgefühl mit Fee. Sie muss sich um so vieles kümmern und dabei kümmert sich niemand um sie. Die junge Frau fühlt sich einsam und allein gelassen, überfordert und doch irgendwie gelangweilt. Alles scheint ihr über den Kopf zu wachsen und sie wünscht sich nichts mehr, als ihrem derzeitigen Leben entfliehen zu können. Da ich diese Gefühle im Moment sehr gut nachvollziehen kann, hatte mich Fee sofort für sich eingenommen und ich konnte gar nicht anders, als ihr Schicksal weiterzuverfolgen und auf ein Happy End für sie zu hoffen. 
Obwohl es einige doch spannende und entscheidende Momente in dem Buch gibt, ist es trotzdem nicht so, dass man vor Spannung die Luft anhält und doch klebt man an den Seiten, weil man wissen möchte, wie sich die Geschichte für Fee weiterentwickelt. Und das ist wohl das Besondere an diesem Buch: Es ist eigentlich total ruhig und doch spannend … einfach eine Geschichte wie aus dem Leben geschrieben, die so realistisch und glaubwürdig und deshalb auch nicht kitschig ist, sondern einfach nur wunderschön und ergreifend.
Der Schreibstil der Autorin Katrin Koppold, ist dabei leicht verständlich und doch lässt sie auch immer wieder schöne Beschreibungen der Ortschaft von Irland einfließen, die bei dem Leser ein wahres Kopfkino entstehen und Fernweh aufkommen lassen.
Natürlich geht es zum großen Teil um die Selbstfindung der Protagonistin Fee, doch Katrin Koppold gelingt es auch geschickt einige andere sehr emotionale Themen einfließen zu lassen: Liebe, Schuldgefühle, Depressionen, Burn Out und Freundschaft. All das findet Platz in der Geschichte ohne dabei überladen oder übertrieben zu wirken und am Schluss gibt es ein rundes und sehr passendes Ende, das noch reichlich Platz für eigene Interpretationen und Gedanken lässt. Ich war richtig ergriffen und musste mir sogar ein paar Tränen verkneifen.

Dieses Buch ist wirklich etwas ganz Besonderes, denn es ist so ruhig und doch so ergreifend und wunderschön, dass man gar nicht anders kann, als es zu lieben.
Wer sich gemeinsam mit der Protagonistin Fee auf die Suche nach sich selbst machen will, der sollte dieses Buch unbedingt lesen. Wer weiß, vielleicht findet sich manch Leser sogar ja auch selbst, wenn er am Ende dieser zauberhaften Geschichte angekommen ist.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Vielen Dank an die Autorin Katrin Koppold, dass ich diese wunderschöne Geschichte lesen durfte.

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