Autoreninterview

Ladina Bordoli

Vor einiger Zeit habe ich die Autorin Ladina Bordoli zum Interview gebeten. Was sie mir alles verraten hat, erfahrt ihr hier:
Hallo Ladina, vielen Dank, dass Du Dir heute Zeit für mich genommen hast. Wir kennen uns selbst ja auch noch nicht so lange, deshalb freu ich mich drauf, dass ich Dich etwas “ausquetschen” darf. Magst Du Dich bitte mal kurz meinen Lesern vorstellen?

 

Liebe Moni, sehr gerne! Ich heiße Ladina Bordoli (das ist mein richtiger Name und kein Pseudonym). Ich wohne in der Schweiz, in einem kleinen Tal inmitten der Alpen. Ich schreibe seit meinem siebten Lebensjahr und bin außerdem selbst eine passionierte Leserin. Hauptberuflich arbeite ich als Fachfrau Unternehmensführung in der familieneigenen Bauunternehmung und in meiner eigenen Werbetechnik-Firma.

 

Du schreibst seit Du sieben bist, wann hast Du dann Dein erstes Buch veröffentlicht?

 

Ich habe als Kind und Jugendliche immer wieder philosophische Texte, Kurzgeschichten und auch Gedichte verfasst. Mit zweiundzwanzig Jahren beschloss ich dann, ein Buch zu schreiben. Das ist mir auch gelungen. »Wild Cherry« habe ich schließlich mit vierundzwanzig Jahren (2008) veröffentlicht. Das war für mich eine sehr schöne und lehrreiche Erfahrung.

 

Dann darf man Dir quasi zum 10jährigen Autorenbestehen gratulieren? Wie viele Bücher hast Du seitdem herausgebracht und welches war die wichtigste Erfahrung, die Du gemacht hast?

 

Man könnte es als zehnjähriges Jubiläum sehen … Ich sage allerdings immer: Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich schon schreibend auf die Welt kam. Schreiben war immer ein natürlicher Teil von mir. Seit Dezember 2013 werde ich von der Literaturagentur Ashera vertreten. Da ging es nach einer langen Pause in der Veröffentlichungskette zügig voran. Insgesamt wurden bereits drei weitere Romane veröffentlicht, ein vierter wird bald erscheinen und ich schreibe ja weiterhin unermüdlich. Bei all den Hochs und Tiefs, die man als naiver Jungautor so erlebt, war es für mich am wichtigsten, nie aufzugeben. Manchmal braucht es viel Mut, an der eigenen Leidenschaft festzuhalten und an sich selbst zu glauben. Es braucht auch eine beträchtliche Portion Vertrauen in das Leben und somit das eigene Glück.

 

Was für wahre Worte … ich denke, die kann man auch auf andere Situationen im Leben anwenden.
Du hast gerade gesagt, Du schreibst aktuell am vierten Buch. Darfst Du darüber schon ein bisschen etwa verraten?

 

Als nächstes erscheint ein heiterer Liebesroman von mir. Das Buch ist bereits beendet, also darf ich sicher ein wenig darüber plaudern! Das Lektorat ist abgeschlossen und ich warte nun gespannt auf Cover und Titel des Romans. Bei der Umsetzung dieses Projektes hatte ich unheimlich viel Spaß, weil es (so hoffe ich zumindest) viel zu lachen/schmunzeln gibt. Diese Geschichte soll einfach lockere und witzige Unterhaltung bieten; eine kleine Alltagsflucht ermöglichen. Die Protagonistin lebt den Traum aller Frauen, hat einen reichen, gut aussehenden Mann, wundervolle Kinder und wohnt in einer Villa auf dem Land. Eines Tages jedoch erfährt sie, dass ihr Gatte auf unschöne Art und Weise ins Koma gefallen ist. Plötzlich sollte sie sich um das Juweliergeschäft ihres Mannes, die Kinder und das bedrohte Familienvermögen kümmern. Und als wäre dies noch nicht genug, sitzt am darauffolgenden Tag auch noch ein mysteriöser, bärtiger Besucher in ihrem Wohnzimmer. Es ist der Bruder ihres Ehemannes, den Viktoria noch nie getroffen hat. Er ist Lebenskünstler, pleite und braucht eine vorübergehende Bleibe … in ihrer Villa. Ich verrate euch nur so viel: Das wird für die strenge und gesittete Viktoria eine Odyssee der besonderen Art.

 

Koma klingt ja erst einmal nicht so lustig, aber anscheinend ist das ja nur der Stein, der alles ins Rollen bring. Wird das Buch in einem Verlag erscheinen oder bringst Du es selbst heraus?

 

Mit »auf unschöne Art und Weise ins Koma fallen«, meinte ich nicht brutal. Das Ganze ist aus dem unmoralischen Verhalten des Ehemannes entstanden, dem Viktoria und ihre Kinder nun zum Opfer gefallen sind. Der Roman ist keineswegs düster, denn der frisch eingezogene Paradiesvogel sorgt ordentlich für Zündstoff.
Das Buch erscheint bei »be-ebooks«, dem digitalen Imprint von Bastei Lübbe. Das ist bereits mein zweiter Roman bei diesem Verlag.

 

Na das hört sich ja wirklich sehr unterhaltsam an.
Du schreibst ja in vielen unterschiedlichen Genre. Gibt es etwas, das Du Dir gar nicht vorstellen kannst zu schreiben?

 

Hm … ich bin ja grundsätzlich ein großer Fan von Vielseitigkeit. Womit ich mich bisher allerdings nicht anfreunden konnte, war Erotik-Literatur, obwohl das ja derzeit sehr gefragt ist.

 

Dann lieber Mord und Totschlag in einem Krimi oder Thriller?

 

Ja, sowas kann ich mir tatsächlich gut vorstellen. Es darf auch in Richtung Psychothriller, Dark Fantasy oder Horror gehen. Nicht schwerpunktmäßig, aber so hin und wieder, warum auch nicht.

 

Schreibst Du schon an etwas ähnlichem?

 

Nein, leider noch nicht. Aktuell schreibe ich an einem sechsteiligen Adventure-Romance-Projekt. Danach stehen eine Kriminovelle und ein klassischer (also düsterer) Vampirroman auf dem Programm.

 

Wow, da hast Du ja einen straffen Plan. Wie bringst Du das alles in Deinem Alltag unter?

 

Das ist manchmal tatsächlich eine Herausforderung. Da ich einen Vollzeitjob habe und außerdem Unternehmerin bin, bleiben mir oft nur das Wochenende und die Ferien, um zu schreiben. Ich setze die Deadlines allerdings bewusst locker. Ich muss beruflich immer wieder mit Unvorhergesehenem rechnen. Hin und wieder bin ich auch einfach zu erschöpft, um kreativ zu sein. Wenn ich schreibe, dann möchte ich nämlich mit all meinen Sinnen in die Geschichte eintauchen. Ab und zu gönne ich mir allerdings mal einen freien Tag unter der Woche. Das ist dann mein »Schreibfrei«. An diesem Tag fühle ich mich wie ein Berufsautor, hihi.

 

Das klingt ziemlich durchgeplant … was machst Du denn dann an Deinen freien Tagen, zum Entspannen?

 

Ganz unspektakulär. Ich liebe die Stille und die Natur, natürlich lese ich sehr gerne und Filme aller Art faszinieren mich. Außerdem gibt es nebst dem »unterhaltenden Lesen« zahlreiche wissenschaftliche Themen, die ich gerne recherchiere und die mich interessieren (Psychologie, Philosophie, Hirnforschung, fremde Kulturen, Gesundheit … die Liste geht ins Endlose ;-)). Ab und zu, wenn ich mich lange genug zurückgezogen habe, und meine »Austernzeit«, wie ich das nenne, beendet ist, treffe ich mich auch sehr gerne mit Freunden oder meiner Familie. Ich plaudere und lache nämlich sehr gerne, auch wenn man das erst erfährt, wenn man mich etwas besser kennt.

 

“Austernzeit”, das Wort gefällt mir. Als Autor ist man aber mittlerweile irgendwo auch eine öffentliche Person, oder? Fällt es Dir manchmal schwer, für Deine Leser präsent zu sein?

 

Das ist wahr, als Autor steht man natürlich immer wieder in der Öffentlichkeit. Als introvertiertes Wesen fällt es mir natürlich schwer, im Mittelpunkt zu stehen oder öffentliche Präsenz zu zeigen. Was ich aber als herzerwärmend empfinde, ist das Treffen mit Lesern. Sei es nun digital oder real. Auch wenn sich die meisten Autoren gerne in ihrem Schneckenhaus verkriechen, so ist es doch ein sehr bereicherndes und schönes Erlebnis, seine Leidenschaft in direktem Austausch mit den Lesern teilen zu können. Bei mir steht beispielsweise bald eine Lesung an. Gemütlich und in kleinem Rahmen. Natürlich braucht das Überwindung, wenn man keine Rampensau ist. Aber ich freue mich trotzdem riesig, weil ich weiß, dass diese Menschen kommen, weil sie mein Buch gerne gelesen haben und weil sie mich gerne kennenlernen möchten. Und ich freue mich natürlich auch, meine Leser kennenzulernen und mich mit ihnen über alles Mögliche zu unterhalten. Es ist also ein ambivalentes Gefühl, das Ding mit der Öffentlichkeit. Ich habe aber festgestellt, dass man sich auch daran gewöhnt. Besonders an die schönen Seiten dieser Begegnungsmöglichkeit.

 

Das kann ich nur bestätigen. Anfangs war ich auch noch sehr überfordert, wenn ich auf einer Messe war, mittlerweile genieße ich diese Begegnungen. Apropo Buchmesse: Wirst Du dieses Jahr in Frankfurt anzutreffen sein?

 

Ich kann mir vorstellen, dass man sich auf so einer Messe komplett verloren vorkommt! Zumindest am Anfang, wenn man noch nicht so viele Kontakte geknüpft hat. Leider kann ich nicht dabei sein. Die Buchmessen sind für mich einfach zu weit entfernt. Ich müsste da beinahe einen Urlaub buchen … Dennoch möchte ich mir diesen Trip irgendwann einmal ermöglichen. Einerseits, weil ich euch alle gerne einmal persönlich treffen würde und andererseits, weil es einfach ein Erlebnis ist, so etwas einmal gesehen zu haben.

 

Oh ja, so eine Buchmesse ist wirklich ein Erlebnis. Welche “Autorenwünsche” würdest Du Dir sonst noch gerne verwirklichen?

 

Naja … wenn ich jetzt so frei etwas wünschen dürfte? Ich wäre total aus dem Häuschen, wenn es von einem meiner Bücher auch mal ein Hörbuch geben würde. Und wenn ich grad beim Wünschen bin: Buchtrailer finde ich ja auch richtig klasse! Die Kids mancher Autorenkollegen können so etwas ja selbst basteln, aber ich bin da leider komplett talentfrei. Ansonsten wünscht sich wohl jeder Autor, dass er weiterhin die Möglichkeit hat, Texte zu veröffentlichen und von lieben Lesern unterstützt zu werden.

 

Das wünsche ich Dir auch von Herzen. Auf meine Unterstützung kannst Du jedenfalls immer zählen.
Gibt es noch ein paar letzte Worte, die Du unbedingt noch loswerden möchtest?

 

Da bin ich jetzt sehr gerührt. Ich danke dir von Herzen für deine selbstlose und wertvolle Unterstützung! Herzlichen Dank auch, dass du so viel deiner eigenen, kostbaren Zeit geopfert hast, um mir Löcher in den Bauch zu fragen. Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, mit dir zu plaudern!

 

Das fand ich auch. Und ich bin sehr gespannt, was wir von Dir noch alles zu lesen bekommen. Vielen Dank für das tolle Interview.

 

Bild: pixabay

Autorenbilder: Ladina Bordoli

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