Rezension

[Rezension] Enders

 

 Titel: Enders
 Autor/in: Lissa Price 
 Verlag: Piper
 Seitenzahl: 352
 Preis: 9,99 € (D) 
 Cover / Bildrechte: Piper Verlag

Die Body Bank ist geschlossen und Callie, ihr Bruder Tyler und ihr bester Freund Michael müssen nicht mehr auf der Straße leben, da sie in Helenas Villa ziehen können. Sie könnten alle so glücklich sein, hätten Callie und viele andere Starters nicht immer noch den Chip im Kopf. Und genau das macht sich der Old Man zum Vorteil, denn Callies Chip ist einmalig und er möchte sie um jeden Preis in seine Finger bekommen. Sie und all die anderen sind also nie und nirgends sicher vor den dunklen Machenschaften des Old Man.
Da hilft nur eines: Die Flucht nach vorne. Callie will den Old Man in seinem Versteck aufspüren und ein für alle Mal seiner gerechten Strafe zuführen. Dabei bekommt sie sowohl Hilfe von bekannten Freunden, als auch von unerwarteter Seite. Doch wem kann sie wirklich trauen und was hat es mit diesen Stimmen in ihrem Kopf auf sich? Plötzlich wird Callie von ihrer Vergangenheit heimgesucht und diese wird am Ende auch über ihre Zukunft entscheiden.

Das Buch beginnt nur kurze Zeit nachdem „Starters“ geendet hat. Callie kämpft mit dem Chip in ihrem Kopf und wünscht sich nichts mehr als ein ruhiges Leben zusammen mit ihrem Bruder Tyler und ihrem besten Freund Michael. Doch diese Ruhe hält nur kurz an, dann erinnert ein schreckliches Erlebnis Callie daran, dass sie nie und nirgends sicher sein wird, solange der Old Mann noch frei herumläuft. Ab da nimmt das Buch wieder richtig an Fahrt auf und wird sofort sehr mitreißend und spannend. Da es in dieser Dilogie nur sehr wenige wirklich wichtige Personen gibt, brauchte ich nicht lange, um mich an alle zu erinnern und diese richtig einzuordnen. Das fand ich klasse, da ich mir so einen schwierigen Einstieg ersparte und sofort wieder in Callies Welt eintauchen und versinken konnte.
Dachte ich anfangs noch, der ewige Kampf um den Old Man würde mich schnell langweilen, wurde ich doch eines Besseren belehrt. Es geht zwar erneut um die Chips und den Old Man, doch die Autorin Lissa Price bringt einige neue Aspekte in die Geschichte ein, ohne den roten Faden zu verlieren oder sich in unglaubwürdigen Geflechten zu verlieren. Die gesamte Story ist sehr stimmig und obwohl es einige unvorhersehbare Wendungen gibt, passt am Ende doch alles super zusammen.
Sehr schön fand ich erneut, dass die gesamte Geschichte aus Callies Sicht erzählt wird. So bekommt man ihre Gefühle und Gedanken, aber auch die Gedankenübertragungen, die über ihren Chip ablaufen hautnah mit und kann sich ein eigenes Bild von der jeweiligen Situation machen. Außerdem ist mir Callie bereits im ersten Band sehr ans Herz gewachsen und auch, wenn sie in „Starters“ schon eine große Entwicklung gemacht hat, so ist sie in „Enders“ doch noch etwas reifer und vor allem tougher geworden, was sie wirklich gut brauchen kann, um dem Old Man und einigen anderen die Stirn zu bieten. Obwohl sie die Machenschaften des Erfinders der Body Bank das Handwerk legen und endlich Ruhe haben möchte, ist es doch nicht bloße Rache, die sie antreibt, was mir wirklich sehr gut gefallen hat. 
Besonders überrascht hat mich, dass man in „Enders“ die einzelnen Charaktere nie so ganz in gut und böse unterteilen kann. Man lernt als Leser einige Personen kennen, die man nicht sofort einzuordnen weiß oder die einen am Ende doch noch sehr überraschen, sowohl im positiven, als auch im negativen Sinne. Es ist einfach so, wie der Old Man immer zu Callie sagt: „Trau niemandem außer dir selbst – und dann ziehe auch das in Zweifel.“

Hat mich „Starters“ schon total begeistert, konnte mich die Fortsetzung ebenso mitreißen. Dieses Buch überzeugt wieder einmal durch vielschichtige, überraschende Charaktere, eine tolle Story und jede Menge Spannung und unvorhersehbare Wendungen. Ein absolutes Must-read für alle, die grandiose Dystopien lieben.
Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Vielen Dank an den ivi Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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