Protagonisteninterview

Leyla aus Krieger der Lüfte

Heute habe ich ganz besonderen Besuch bei mir hier auf dem Blog:
Leyla aus “Krieger der Lüfte” von Marion Hübinger wird mir Rede und Antwort stehen.

 

Hallo Leyla, willkommen in meiner Redaktion und vielen Dank, dass Du Dir heute die Zeit für ein kleines Interview genommen hast. Ich freu mich sehr, dass ich Dich etwas über Deine Pilgerreise ausfragen darf.
Ich bin gern vorbei gekommen und schon sehr gespannt auf deine Fragen.

 

Eine Pilgerreise … wie kommt man als junge Frau auf diese Idee? Bist Du sehr gläubig?
Gläubig? Nein, damit hatte das gar nichts zu tun. Das war eher eine spontane Entscheidung. Ich bin quasi darüber gestolpert und brauchte eine Auszeit von München.

 

Das mit der Auszeit verstehe ich, aber ich wäre ja dann eher der Typ “Luxusurlaub in der Sonne”. So eine Pilgerreise hat jedoch mit Luxus weniger zu tun, oder?
Auf keinen Fall. Ich bin zwar der sportliche Typ, gehe regelmäßig klettern und überhaupt dachte ich, das schaffe ich locker. Aber ich hätte nicht gedacht, dass ich schon nach zwei Tagen an meine ersten Grenzen stoße. Ich dachte wirklich, ich gehe am nächsten Tag keinen Schritt mehr. Ohne die Gruppe, wer weiß, vielleicht wäre ich wieder umgekehrt.

 

Dann hattest Du Blasen an den Füßen und Muskelkater in den Beinen? War das Durchhalten der schwierigste Teil der Pilgerreise?
Die Muskeln zitterten nach der Ankunft in der 2. Unterkunft, dass jeder Schritt weh tat. Aber das legte sich mit der Zeit, ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass mir das monotone Laufen mit der Zeit Freude machen könnte. Zum Durchhalten hat man außerdem die Gruppe, da gibt es immer wen, der einen aufbaut. Aber weil du fragst, was das Schwierigste war, lass mich überlegen, hm, vielleicht dass ich nicht wusste, was mich erwarten würde, wenn ich zurückkam. Denn ich hatte da einige offene Baustellen zurückgelassen… .

 

Dann war die Pilgerreise quasi auch eine Flucht vor Problemen?
Ups, erwischt. Ich stand da beziehungstechnisch vor einer größeren Entscheidung und irgendwie musste ich mir wohl über einiges klar werden, was in München nicht so leicht funktioniert hätte. Mein Freund und ich, wir sehen uns täglich in der Arbeit… also ich würde es nicht Probleme nennen, sondern unterschiedliche Ansichten, das trifft es besser ;)

 

Das heißt, auf der Pilgerreise hast Du auch nach Antworten gesucht?
Ja, auf jeden Fall, aber ich hätte nicht gedacht, dass ich sie ganz woanders finde, also, mitten auf der Straße lagen sie nämlich nicht. Insofern hat das Pilgern auf jeden Fall etwas mit mir
gemacht, auch wenn ich nicht so weit gekommen bin wie ich wollte… .

 

Das heißt also, Du hast Deine Antworten gefunden. Wie schön, das freut mich.
Aber es klingt auch danach, als wäre es eine besondere Erfahrung gewesen … .
Stimmt, ich musste erstmal erfahren, dass es noch anderes auf dieser Welt gibt, von dem ich zuvor nichts wusste, und ich musste mich selbst prüfen, wie stark und wie mutig ich sein würde, um eine Entscheidung zu treffen. Am Ende ist alles gut ausgegangen, ich bin da, wo ich hingehöre… nur manchmal, da treibt mich so eine seltsame Sehnsucht aus dem Haus und ich kann nicht anders, als loszulaufen… ich werde bestimmt irgendwann wieder pilgern gehen!!

 

Oh, “anderes auf dieser Welt”, das klingt, als hättest Du auf Deiner Reise doch noch zu Gott gefunden ….
Huch, nein, das meine ich damit natürlich nicht. Aber wenn ich dir erzähle, dass ich etwas völlig Irrationales erlebt habe, für das es keinerlei Erklärung gibt, dann hälst du mich sicher für verrückt. Oder glaubst du an Paralleluniversen? Oder daran, dass man etwas meint, real zu erleben, so wie einen viel zu realen Traum, und dann ist es doch nie passiert? Ach, ich weiß, das klingt abgedreht, und vielleicht hat das Ganze ja dann doch mit Mystik zu tun… mit alten Prophezeihungen… mit einem Ort, der eine ganz besondere Energie ausstrahlt. Auf so einen Ort bin ich jedenfalls auf meiner Pilgerreise gestoßen.

 

Das klingt wirklich spannend. Welch mystischer Ort war das denn, wenn ich fragen darf?
Klar darfst du fragen. Also, da steht in Wessobrunn mitten im Klostergarten eine riesige Linde, die in ihrem Inneren gespalten ist. Um sie rankt eine historische Sage, in welcher der Bau des Klosters begründet liegt. Eine Art Dankopfer. Ups, das klingt schon wieder sehr alt und martialisch.

 

Das heißt, auf eurer Pilgerreise habt ihr auch besondere mystische Orte besucht? Welche lagen doch noch auf eurer Route?
Tja, ich hätte außer der Tassilolinde – so heißt sie nämlich – gern noch andere mystische Orte gesehen, aber ich bin tatsächlich ein paar Tage in dem Kloster hängen geblieben, weil es mir nicht so gut ging. Und irgendwann hat mir mein Freund geschrieben, dass er sich auf mich freuen würde, und dann bin ich wieder zurück nach München gefahren. Du siehst, ganz so glorreich war meine Pilgerreise dann doch nicht. Obwohl, es hat sich auf jeden Fall gelohnt, diese Erfahrung zu machen. Und ich werde die Tour irgendwann weitergehen, ob mit Steffen oder ohne ihn. Noch blockt er ab und meint, Pilgern wäre nichts für ihn, abver wer weiß, vielleicht bekomme ich ihn doch noch rum.

 

Es tut mir leid zu hören, dass Du vorzeitig abbrechen musstest, aber schön, dass Du das Pilgern für Dich entdeckt hast. Was würdest Du denn jemandem als Tipp mitgeben, der selbst noch nie gepilgert ist?
Nimm mindestens ein paar Ersatzschuhe mit, und lauf sie vorher gut ein! Sei gespannt und offen, wenn du in einer Gruppe reist, die Leute sind aus den unterschiedlichsten Gründen unterwegs und du kannst von den Begegenungen nur profitieren. Und vor allem – glaube an dich, wenn nicht am Anfang, dann lernst du es ganz bestimmt unterwegs. Was sind schon Blasen und Muskelkater gegen das großartige Gefühl, an seine Grenzen und darüber hinaus zu kommen.

 

Das klingt wirklich wundervoll! Und ich denke, das ist auch ein tolles Schlusswort. Vielen Dank, dass Du uns von Deinen einzigartigen Erlebnissen und Erfahrungen auf der Pilgerreise erzählt hast.
Gern. Ich hatte ein bisschen Bammel vor dem Interview, aber so schlimm war es gar nicht. Ich schenke dir auch noch eine Karte mit einem Spruch, der mir sehr wichtig geworden ist.
Ein tolles Lebensmotto, das ich so nur bestätigen kann. Dankeschön.

 


Titel: Krieger der Lüfte
Autorin: Marion Hübinger
Verlag und Bildrechte: Papierverzierer
Seitenzahl: 320

Preis TB: 13,95 € (D)

ISBN: 978-3959629201

Foto: Monika Schulze
Zitatbild: Marion Hübinger
Cover: Papierverzierer Verlag

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