Buchvorstellung,  Werbung

Zeitgenossen | Zeitreise mit Gemma

Einleitung:
Gemma ist die Hauptfigur der fünfbändigen historischen Vampirromanserie »Zeitgenossen« von Hope Cavendish. Gemma wurde im Jahr 1599 in London in eine Vampirin verwandelt und musste dann im Laufe der Jahrhunderte lernen, was es bedeutet, unsterblich zu sein. Sie hat viele historische Ereignisse erlebt, darunter Kriege, Entdeckungen und Revolutionen. Sie ist der Liebe, dem Kampf und dem Tod begegnet. Bei ihren Abenteuern hat Gemma gefährliche Feinde getroffen, aber auch echte Freunde gefunden, die allesamt ihre Wegbegleiter wurden. Ihre Zeitgenossen.

 

 

 

 

 

 

Eine Zeitreise mit Gemma:
Kürzlich habe ich bei einem Lagerverkauf günstig eine Zeitmaschine erstehen können. Darum habe ich Gemma damit besucht, damit sie mir zeigen kann, was sie in den vergangenen Jahrhunderten alles schon erlebt hat. Sie fand die Idee sehr gut und so machten wir uns spontan gemeinsam auf die Reise.

 

Station 1 | 1666: Der große Brand von London

Es ist Nacht und wir stehen an einem großen Fluss. Am gegenüberliegenden Ufer steht eine große Stadt in hellen Flammen. Etwas weiter hinten erkenne ich den Tower von London und aus der Ferne hört man laute Rufe.
»Ganz London brennt!«, rufe ich erschrocken.
Gemma nickt. »Ja. Im Jahr 1666 hat es hier ein großes Feuer gegeben«, bestätigt sie. »Es ist in einer Bäckerei ausgebrochen und hat sich über die Dächer der engstehenden Häuser rasend schnell in der ganzen Stadt ausgebreitet. Ich habe damals in einem Lazarett ausgeholfen und als ich es in der Nacht verließ, stand ich plötzlich einer haushohen Feuersbrunst gegenüber. Die Pflastersteine glühten rot vor Hitze und das Blei aus der Kuppel der Saint Paul’s Cathedral rann in geschmolzenen Bächen herunter. Glücklicherweise hat Giles mich damals gerettet.«
»Sind viele Menschen in dem Feuer umgekommen?«, frage ich.
Gemma schüttelt den Kopf. »Wie durch ein Wunder konnten sich die meisten retten«, antwortet sie. »Aber über 100.000 Menschen wurden obdachlos, weil unzählige Häuser zerstört wurden. Große Teile der Stadt mussten wieder komplett neu aufgebaut werden.«
Obwohl wir uns weit genug weg vom Feuer befinden, wird es mir unbehaglich und wir steigen rasch wieder in die Zeitmaschine.

 

Station 2 | 1890: Zum Tee bei Bram Stoker

 

 

 

 

 

 

 

Es ist sehr eng und es riecht nach alten Büchern.
»Warum stehen wir in einem Wandschrank?«, frage ich Gemma.
»Pst.« Sie hält den Finger vor die Lippen und antwortet flüsternd: »Wir befinden uns in der Bibliothek von Abraham Stoker.«
»Bram Stoker, der Autor von ›Dracula‹?«, frage ich überrascht.
Sie nickt und deutet auf ein Holzgitter in der Tür, durch das wir in den Raum sehen können. In Stokers Bibliothek ist fast jeder Platz, auch jeder Tisch und Stuhl mit Büchern bedeckt. Inmitten des gemütlichen Durcheinanders sehe ich eine zweite, als Mann verkleidete Ausgabe von Gemma, die einen eleganten Herrenanzug trägt und neben einem rothaarigen Mann sitzt. Beide balancieren Teetassen auf ihrem Schoß und lauschen den Worten eines stämmigen Mannes, der mit dem Rücken zu uns sitzt.
»Das neben mir ist mein Freund Fergus«, erklärt Gemma leise. »Wir hatten Bram Stoker in einem Geheimorden kennengelernt und er hat uns dann zum Tee eingeladen, um uns von seinem geplanten Vampirroman zu erzählen.«
»Wusste er denn, dass ihr selbst Vampire seid?«, frage ich erstaunt.
Gemma schüttelt grinsend den Kopf. »Nein, natürlich nicht. Und ich musste mir andauernd das Lachen verkneifen, weil Fergus Stoker jede Menge Fragen über Vampire stellte und dieser sie ganz ernst beantwortete.«
Darüber muss ich nun ebenfalls grinsen, doch der Staub im Wandschrank kitzelt in meiner Nase, darum drücke ich auf den Knopf meiner Fernbedienung, damit wir wieder in die Zeitmaschine gezogen werden.

 

Station 3 | 1907: Mud March in London

 

 

 

 

 

 

 

Eisiger Regen prasselt auf uns hernieder und unsere Füße stecken zentimetertief im Schlamm. Gemma und ich stehen in einer riesigen Menschenmenge, die nur aus Frauen besteht. Sie tragen alle viktorianische Kleider und Hüte und einige von ihnen sehen sehr reich und vornehm aus. Etliche der Frauen tragen Schilder, auf denen »Women’s Suffrage«, »Votes for Women« und ähnliche Schlagworte stehen. Eine Blaskapelle fängt an zu spielen und gemeinsam mit den Frauen marschieren wir los.
»Dies ist der Mud March«, erklärt Gemma mir. »Es ist ein Demonstrationsmarsch für das Frauenwahlrecht und er hat später diesen Namen erhalten, weil das Wetter die Straßen in reine Schlammwege verwandelt hat. Aber schau, wie viele Frauen trotzdem gekommen sind. Du siehst hier Arbeiterinnen und Dienstmädchen ebenso wie reiche Frauen von Adel. Keine von ihnen hat sich vom Wetter davon abhalten lassen, dafür zu demonstrieren, endlich die gleichen Rechte wie Männer zu erhalten. Meine Freundin Maddy und ich haben uns damals dieser Demonstration angeschlossen. Wir haben lange Jahre für die Gleichberechtigung der Frauen gekämpft. Dass du und ich heute wählen gehen dürfen. Dass wir eine Wohnung mieten, eine Ausbildung machen und einen Beruf ergreifen dürfen, ohne zuvor unseren Vater, Bruder oder Ehemann um Erlaubnis fragen zu müssen – all das ist diesen Frauen zu verdanken, die unermüdlich für die Gleichberechtigung demonstriert und darauf hingewiesen haben, dass es ungerecht ist, wenn Frauen und Männer nicht die gleichen Rechte erhalten.«
»Aber es gibt doch Länder, in denen Frauen auch heute noch unterdrückt werden«, überlege ich.
Gemma nickt ernst. »Ja, leider. Deshalb ist der Kampf auch immer noch nicht zu Ende.«
Nachdenklich steigen wir wieder in die Zeitmaschine ein.

 

Station 4 | 1930: Reise im Orient Express

 

 

 

 

 

 

 

Wir stehen im luxuriös eingerichteten Salonwagen eines Zuges, der durch eine morgendliche Landschaft fährt. Die Wände sind mit Mahagoniholz vertäfelt, kleine Tiffanylampen tauchen den Raum in warmes Licht, überall stehen elegante, aber bequeme Sessel und auf kleinen Tischen liegen internationale Zeitungen für die Fahrgäste bereit.
»Sind wir im Orient Express?«, frage ich Gemma.
Sie nickt und deutet zum Ende des Wagens.
Dort sehe ich eine zweite Gemma, die sich mit einer Frau unterhält, die mir irgendwie bekannt vorkommt.
»Wer ist das?«, frage ich.
»Die Krimi-Autorin Agatha Christie«, antwortet sie.
»Aber sie sieht so jung aus«, stelle ich fest. »Auf den Fotos auf der Rückseite ihrer Bücher wirkt sie viel älter.«
»Wir befinden uns ja auch erst im Jahr 1930«, erklärt Gemma. »Ich habe Agatha Christie zufällig auf dieser Reise kennengelernt und sie peinlicherweise zunächst gar nicht erkannt. Sie war auf dem Weg zu einem befreundeten Archäologenpaar in Ur und sie hat meine Freunde und mich eingeladen, ebenfalls dorthin zu kommen und die Ausgrabungen zu besichtigen. Diese Reise war sehr interessant, denn sie hat nicht nur das Schicksal von meinen Freunden und mir beeinflusst, sondern auch das von Agatha Christie.«
»Tatsächlich?« Ich sehe Gemma erstaunt an.
Sie nickt lächelnd. »Ja. Aber das hatte wenig mit uns zu tun, sondern in erster Linie etwas mit Mrs. Christies Interesse für Orientreisen und für Archäologie. Später sind ja auch mehrere ihrer Bücher davon inspiriert worden.«
Draußen verfärbt sich der Himmel durch das erste Licht der Morgensonne rötlich und wir genießen noch eine Weile die Fahrt in dem eleganten Zug, bevor wir am nächsten Bahnhof wieder zurück in die Zeitmaschine steigen.

 

Station 5 | 2019: Zurück in der Gegenwart

 

 

 

 

 

 

 

Wieder stehen wir in London am Themse-Ufer. Allerdings sieht das riesige Gebäude hinter uns sehr modern aus.
»Wir befinden uns anscheinend wieder in der Gegenwart«, stelle ich fest. »Aber was ist das für ein merkwürdiges Gebäude?«
»Darin befinden sich die Büros des Secret Intelligence Service«, erklärt mir Gemma. »Das ist der britische Geheimdienst. Im Jahr 2000 hatten wir eine Einladung in dieses Gebäude erhalten und haben dabei zu unserer Überraschung erfahren, dass ein paar alte Bekannte von uns hier arbeiten.«
»Das klingt aufregend«, bemerke ich.
»Das war es tatsächlich«, bestätigt Gemma mit einem Lächeln. »Meine Freunde und ich haben im Laufe der Jahrhunderte viele Abenteuer erlebt. Wir waren bei vielen Ereignissen dabei, die man heute aus den Geschichtsbüchern kennt. Aber es waren nicht immer nur schöne Erlebnisse, wir haben auch viel Unglück mit ansehen müssen. Diese Ereignisse haben uns ebenso geprägt wie die Menschen.«
»Du wurdest vor über 400 Jahren verwandelt. Die Welt hat sich doch seitdem bestimmt sehr verändert?«, frage ich.
»Ja, einerseits schon«, antwortet Gemma. »Aber andererseits ist der Mensch in seinem Kern doch gleich geblieben. Das Verständnis von Gut und Böse ist immer noch ähnlich wie damals. Und obwohl sich für viele das Leben verbessert hat, gibt es auch heute noch Bedrohungen und Ungerechtigkeiten. Es gibt nach wie vor Kämpfe, die ausgefochten werden müssen. Übeltäter müssen bekämpft und Unschuldige müssen gerettet werden. Das Leben bleibt ein Abenteuer.«
Mit diesen Worten verabschieden Gemma und ich uns voneinander. Vielleicht werde ich noch öfter mit der Zeitmaschine Ausflüge in die Vergangenheit unternehmen und ein paar Freunde mitnehmen. Es gibt so viel Interessantes zu erfahren.

 

 

 

 

 

 

 

Die historische Vampirromanserie Zeitgenossen von Hope Cavendish erscheint ab sofort auch bei tolino media. „Gemmas Verwandlung“ (Band I) ist bereits erhältlich:
Thalia: https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/ID150426336.html
Bücher.de: https://www.buecher.de/shop/science-fiction-fantasy-horror/zeitgenossen-gemmas-verwandlung-bd-1-ebook-epub/cavendish-hope/products_products/detail/prod_id/60680397/
Hugendubel: https://www.hugendubel.de/de/ebook_epub/hope_cavendish-zeitgenossen_gemmas_verwandlung_bd_1-40007682-produkt-details.html
Weltbild: https://www.weltbild.de/artikel/ebook/zeitgenossen-gemmas-verwandlung-bd-1-zeitgenossen-bd-1_33901212-1
ebook.de: https://www.ebook.de/de/product/40007682/hope_cavendish_zeitgenossen_gemmas_verwandlung_bd_1.html

 

Die weiteren Bände folgen.
Wer mehr über die Serie und die historischen Hintergründe erfahren möchte, findet viele Infos hierzu auf
https://zeitgenossen-romane.de

Bilder: Hope Cavendish

Text: Hope Cavendish

 

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.