Autoreninterview

Chaela

Hallo Chaela, vielen Dank, dass Du Dir heute Zeit für mich nimmst. Könntest Du Dich bitte kurz vorstellen, damit meine Leser Dich auch ein bisschen kennenlernen können?
Für dich immer, liebe Moni. Ich bin Chaela, 29+3 Jahre jung, hauptberuflich Grafikdesignerin, nebenbei auch noch Autorin und vor knapp drei Jahren von Tübingen im Schwabenländle nach Monschau in die Eifel gezogen.

 

Hauptberuflich Grafikdesignerin und dann auch noch Autorin. Das heißt, Du verbringst viel Zeit zuhause an Deinem Schreibtisch?
Jein, ich arbeite am Schreibtisch auf dem PC und schreibe nachts auf dem Sofa mit dem Surface. Aber ja, ich arbeite quasi seit ich hier wohne im Home Office. Das hab ich schon in den letzten 8 Monaten meiner Anstellung und fand es so toll. Jetzt wo ich selbstständig bin, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen morgens ins Büro zu fahren und im Stau zu stehen.

 

Aber muss man für dauerhaftes Home-Office nicht sehr diszipliniert sein? Wie strukturierst Du Deine Tage?
Ja, ich darf natürlich nicht plötzlich anfangen mich tagsüber vor die Glotze zu setzen. Das schaffe ich aber ganz gut (läuft ja sowieso nichts Gutes). Ich stehe ganz normal morgens auf, frühstücke, fange an zu arbeiten, mache Mittagspause und dann auch Feierabend. Der Vorteil ist, dass ich diese Struktur aber auch jederzeit flexibel unterbrechen kann, wenn es notwendig ist z.B. für Arzttermine oder ähnliches.

 

Nimmst Du Dir dann auch ganz normal Urlaub, wie jeder andere Arbeitnehmer? Und tust dann einfach mal nichts?
Ich hatte es mir dieses Jahr rund um meinen Geburtstag ganz fest vorgenommen – aber dann kamen ein paar Kunden, die etwas gaaanz dringend brauchten und noch fällt es mir manchmal schwer nein zu sagen. Ich möchte das aber im nächsten Jahr besser machen. Irgendwann braucht man seine Erholung einfach.

 

Eben, auch, wenn es Spaß macht. Es ist doch auch Arbeit. Was liebst Du denn an Deinem Job am meisten?
Diese Momente wenn ich dem Kunden seinen Entwurf zeige und der Kunde Schnappatmung kriegt.

Das stelle ich mir auch toll vor. Was kann man denn bei Dir alles für Grafiken bekommen, also was machst Du alles?
Ich kann grundsätzlich alles gestalten. Da ich eine Ausbildung zur Mediengestalterin gemacht und einige Jahre Berufserfahrung im Marketing, Verlagswesen und in der Verpackungsbranche habe, habe ich schon alles Mögliche vom winzig kleinen Button bis zum Linienbus gestaltet. Aber hauptsächlich konzentriere ich mich auf Cover, Buchsatz, Buchboxen und Goodies (Lesezeichen, Postkarten etc.) für Autoren.

 

Dann gestaltest Du Deine eigenen Cover auch selbst?
Ja, die Cover zur Vampirya-Reihe habe ich auch gestaltet.

Das stelle ich mir sehr praktisch vor. Aber war für Dich dann von vorne herein klar, dass Du Deine Bücher selbst herausbringen würdest?
Ja, ich habe gar nicht erst versucht einen Verlag zu finden. Da es mit Vampiren und dystopischen Elementen eher eine Nische ist, bin ich davon ausgegangen, dass es für einen Verlag unattraktiv ist. Außerdem war ich das Selbstveröffentlichen von meinen Fanfictions gewohnt. Die hatte ich damals auch einer breiten Masse zur Verfügung gestellt, in dem ich sie auf sämtliche Portale geladen und als eBook zum Download kostenlos zur Verfügung gestellt habe.

 

Da Du ja beide Seiten kennst: Autorin und Grafikerin: Zu welchen Goodies würdest Du Autoren denn raten? Was ist Deiner Meinung nach sinnvoll?
Ich persönlich finde Lesezeichen und Postkarten immer eine gute Sache. Besonders wenn man sie mit Glitzer oder Relieflack veredelt. Das hebt einen ein kleines bisschen von der Masse ab. Kugelschreiber und Tassen sind nett, aber zumindest mein Schrank platzt schon aus allen Nähten und ich denke, dass andere auch schon jede Menge davon haben. Ich persönlich mag exklusive Goodies. Für die Bücherbüchse gestalte ich z.B. regelmäßig Emaille Pins und Schlüsselanhänger. In meiner eigenen Buchbox gab es einen Schal der im Sonnenlicht die Farbe wechselt.

 

Oh wow, wie cool, so ein Schal ist wirklich was Besonderes. Was machst Du denn außer Buchboxen noch, um auf Deine Bücher aufmerksam zu machen?
Ich veranstalte Gewinnspiele und arbeite natürlich auch mit Bloggern zusammen.

Wie kommt denn so eine Zusammenarbeit zustande? Schreibst Du die Blogger einfach an?
Ja, manchmal. Ich bin da allerdings etwas “scheu”.

 

Hast Du denn schon schlechte Erfahrungen gemacht oder bist Du einfach von vornherein schüchtern?
Ich bin generell schüchtern.

 

Macht es das denn Deiner Meinung nach schwieriger, in der Buchwelt gesehen zu werden?
Ja, definitiv. Ich bin einfach niemand der sich gern selbst präsentiert. Andere Autoren und auch Grafiker zeigen ihren Alltag, ihr Zuhause und sich selbst in ihren Storys. Das fehlt bei mir alles. Aber ich will mich auch nicht dazu “zwingen”. Das wäre nicht authentisch. Wenn ich dann doch Mal aus meinem Schneckenhaus kommen sollte, dann ist das auf jeden Fall gewollt und ehrlich. Aber dazu konnte ich mich noch nicht durchringen.

 

Dann bist Du auch nicht auf Buchmessen oder anderen Veranstaltungen unterwegs?
Ich war bisher noch nicht dort. Ich wollte dieses Jahr zusammen mit Lima Strysa auf die Frankfurter Buchmesse und die Fabula est. Erstmal nur als Besucher zum “Schnuppern”, aber daraus wurde ja dann nichts.

Ja, leider. Steht das denn auf Deiner Agenda für 2021 (falls es da wieder möglich ist)?
Ja, auf jeden Fall.

 

Welche Pläne hast Du noch für 2021?
Im Januar erscheint der erste Teil von „Vampirya“ als Hörbuch. Ich hoffe natürlich dass es gut ankommt und der Verlag grünes Licht für die Fortsetzung gibt. Außerdem möchte ich natürlich auch den dritten und letzten Teil von „Vampirya“ veröffentlichen und viele, viele Bücher (innen und außen) für andere Autoren gestalten.

 

Du hast vorher ja schon gesagt, dass es eine Vampirgeschichte mit dystopischen Elementen ist. Magst Du uns noch ein bisschen mehr zu Deiner Geschichte erzählen?
Ja gerne. “Vampirya” spielt in einer fiktiven Zukunft im Jahr 2081, in der der Großteil der Menschen zum Schutz vor Krankheit und Alterung in Vampire verwandelt wurde. Diese leben in einer neuen Welt unter der Erde. Die Menschen leben dagegen über der Erde und müssen für sie arbeiten und Blut “spenden” (natürlich eher unfreiwillig). Die junge Vampirin Rain lebt ebenfalls in dieser Welt namens Vampirya, führt dort eine Bäckerei und hat keine Ahnung wie die Menschen in der Oberwelt behandelt werden, bis … ja bis eines Tages ein junger Mann, ein Mensch, in ihrem Lager sitzt. Natürlich entwickelt sich zwischen den beiden eine Romanze, aber viel mehr möchte ich nicht spoilern.

Das klingt nach einer spannenden Liebesgeschichte. Aber anstatt jetzt mal richtig die Werbetrommel zu rühren, würde mich interessieren, wem Du von Deinem Buch ABRATEN würdest.
Jedem der blutrünstige Vampire lesen möchte. Meine Vampire glitzern nicht, aber klassisch sind sie auch nicht.

 

Kein Geglitzer, jetzt bin ich aber enttäuscht … . Wieso aber trotzdem ausgerechnet Vampire?
Ich habe 2009 mit „Twilight“ Fanfictions zu schreiben begonnen und wollte den Vampiren erstmal auch mit meiner ersten ganz eigenen Reihe treu bleiben.
Dann hat Dich „Twilight“ quasi sehr geprägt? Welche Vorbilder hast Du noch?
Ja, das stimmt. Ich war sehr lange, sehr intensiv Fan der Reihe. Vorbilder habe ich ansonsten keine.

 

Das heißt aber, dass Du selber auch viel liest. Oder ist das weniger geworden seit Du selber schreibst?
Ich komme ehrlich gesagt kaum zum Lesen.

Weil Du zu viel arbeitest? Hast Du denn überhaupt noch Zeit für irgendwelche Hobbies?
Ja, das vermutlich auch. Ich schaue wahnsinnig gern Filme und Serien.

 

Hast Du da irgendwelche Tipps für mich und meine Leser?
Ich liebe zurzeit asiatische Serien.

 

Inspirieren diese Dich auch mal zu einer Geschichte?
Wer weiß. Ich lege Plotbunnys immer schnell in die Schublade und konzentriere mich erstmal auf mein aktuelles Manuskript.

 

Sehr diszipliniert. Ist das eine Eigenschaft, die Dir als Autorin entgegenkommt?
Ich glaube es steht mir eher ein bisschen im Weg. Ich bewundere Autoren die mehrere Bücher gleichzeitig schreiben und auch 3 bis 4 pro Jahr veröffentlichen.

 

Jeder hat doch ein anderes Tempo. Oder hast Du das Gefühl, dass Autoren, die mehr veröffentlich auch erfolgreicher sind?
Ich denke, dass man um vom Schreiben leben zu können auf jeden Fall mehrere Bücher im Jahr veröffentlichen muss.

Ist das denn ein Ziel von Dir? Hauptberuflich Autorin zu werden und nebenbei Grafikerin?
Das war immer mein Traum. Aber aktuell bin ich sehr zufrieden so wie es ist.

 

Das freut mich sehr. Genau so soll es sein. Hast Du denn jetzt zum Ende unseres Interviews noch etwas zu sagen?
Ich will dir für dein Engagement danken. Du machst das ganz toll und hast immer ein offenes Ohr.
Danke schön, das freut mich sehr. Und vielen Dank auch für Deine Zeit.
Sehr gerne.

 

Mehr Informationen zu Chaela, ihren Büchern und ihrer Arbeit als Grafikerin findet ihr hier:
https://www.chaela.info/home
https://www.facebook.com/chaela.de

 


Buchcover: Chaela

Grafiken: Chaela

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