Autoreninterview

Christine Corbeau

 

Hallo Christine, danke, dass Du Dir heute Zeit für ein Interview nimmst. Würdest Du Dich bitte kurz vorstellen, damit meine Leser wissen, mit wem sie es zu tun haben?
Na klar. Also, wenn ich jetzt schreibe “Ich bin Christine …”, dann ist das nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich ist sie eines meiner Pseudonyme, unter dem ich als Mann “Was mit Liebe” schreibe. Als mir in einer Diskussion mit ein paar Kolleginnen vom Autorensofa plötzlich ein Plot-Bunny in den Kopf hüpfte und sich auch durch noch so viele Möhren nicht wieder herauslocken ließ, habe ich mich einer virtuellen Geschlechtsumwandlung unterzogen und seitdem viel Spaß dabei, meine Charaktere von einer haarsträubenden Situation in die nächste zu bringen, bis sie dann am Ende natürlich ihren wohlverdienten Lohn in Form der wahren Liebe erhalten – egal ob gleichgeschlechtlich oder hetero.

Also schreibst Du als Christine heitere Liebesromane? Und sonst?
Da gibt es noch C.A. Raaven, mit dem ich angefangen habe. Er schreibt Urban Fantasy, Mystery und moderaten Horror. Einen Krimi hatte ich über ihn auch schon mal veröffentlicht, aber den habe ich momentan mit meiner Lektorin überarbeitet und überlege, ihn tatsächlich neu unter meinem eigentlichen Namen C.A. Raabe herauszubringen.

Wow, da hast Du ja wirklich viele verschiedene Persönlichkeiten. Sagst Du denn, es war die richtige Entscheidung für die heiteren Frauenromane ein weibliches Pseudonym zu wählen oder denkst Du, die hättest Du auch offiziell als Mann super verkaufen können?
Tja, das ist echt schwer zu sagen. Bisher kenne ich keine anderen Männer, die unter ihrem eigentlichen Namen so etwas herausgebracht haben, sodass ein Vergleich kaum möglich ist. Aber es ist nicht nur die Marke, um die es mir geht. Tatsächlich habe ich früher, als ich noch Turniertanz betrieben habe, festgestellt, dass mir die Rolle “Wer wird heute eigentlich Zweiter?” beim Betreten der Tanzfläche geholfen hat, neben Spaß auch Erfolg zu haben. Daher sehe ich Christines Rolle auch als Chance für mich, wirklich anders zu denken und daher zumindest auch ein bisschen anders zu schreiben.

 

Und wie entscheidest Du, welches Pseudonym gerade das nächste Buch rausbringen darf?
Da sprichst du ein echtes Problem an. Die streiten sich darum schon ganz gern. Als Christines erster Roman im Lektorat war, dachte ich mir, dass ich noch mal schnell ein bisschen was für die dunklere Seite machen könnte. Das hat sich dann allerdings etwas verselbstständigt, sodass ich zum Schluss ein wenig Stress hatte, um die Deadline für die Veröffentlichung einhalten zu können.

 

 

Klingt tatsächlich stressig. Woher nimmst Du denn die ganze Zeit für all die Geschichten?
Ich betreibe einfach Story-Darwinismus. Wenn es eine Geschichte nicht schafft, so lange frisch in meinen Gedanken zu bleiben, bis ich Zeit finde, um sie aufzuschreiben, dann hat sie es nicht verdient.

Und kannst Du uns vielleicht schon erzählen, woran Du aktuell arbeitest?
Ja, aktuell hat meine dunkle Seite einen dystopischen Thriller in der Mache, der in etwa 100 Jahren spielt und ein Setting hat, in dem manche Menschen mehr oder weniger normal, aber in gegen die kaputte Umwelt abgeschirmten Habitaten, leben, während andere sich digitalisieren lassen (müssen), um Ressourcen zu schonen.

 

Hat dich die aktuelle Lage zu diesem Buch inspiriert?
Witzigerweise ist mir die Idee im Juni 2019 gekommen, als ich gerade in einem Hinterhof einem Streicher-Trio gelauscht habe. Frag mich nicht, warum. Es war wie bei den Ghostbusters. Sie war – schwupps – einfach da. Aber natürlich bekommt die eine oder andere aktuelle Entwicklung da auch ihr Plätzchen, wenn es passt.

 

Hast Du nicht Angst, dass gerade durch die ganze bedrückende Situation, Dystopien vielleicht nicht so beliebt sein könnten?
Nee, ich denke eher, dass es durchaus befreiend sein kann, wenn man sich bestimmte Situationen durch Geschichten etwas abgehoben betrachten kann.

Durch fremde Hand Abenteuer erleben und Probleme bewältigen sozusagen … . Was ist denn für Dich das Schwierigste am Autorendasein? Worauf würdest Du liebend gerne verzichten?
Am ehesten könnte ich auf dieses ewige “Trommeln, ohne zu wissen, ob einer zuhört” verzichten. Ich liebe eigentlich alles am Schreiben und auch an öffentlichen Auftritten, wie Lesungen, Messen etc., aber das Marketing-Gedöns nervt.

 

Wie viel Zeit steckst Du denn ins Marketing? Was machst Du alles?
Momentan ziemlich wenig. Da hat mich Corona ziemlich gebremst. Ich hatte für die Erscheinung von Christines zweiter romantischer Komödie Anfang Mai alles mit ein paar Leuten monatelang vorher geplant und es ist leider vollkommen verpufft. Das hat meinen Elan doch etwas beeinträchtigt. Ansonsten habe ich festgestellt, dass ich am besten offline funktioniere, also auf Lesungen, Gesprächen, Messen. Da das aktuell ja kaum machbar ist, versuche ich, möglichst viel davon nun online live zu machen. Ich habe für meine beiden Seiten relativ häufig Lese-Events bei Twitch, Facebook und YouTube – manchmal allein, manchmal mit KollegInnen.
Für andere Marketing-Sachen hole ich mir gern Hilfe bei Leuten, die Ahnung von so etwas haben.

 

Profis also … hast Du da irgendwelche Empfehlungen?
Gute Erfahrungen habe ich bisher z.B. mit Skoutz, Fakriro und Annika Bühnemann gemacht. Ansonsten hebe ich gern bei Ideen von Bloggern die Hand, auf die ich bei FB stoße. Dabei ist es mir relativ egal, ob die Leute Millionen von Followern haben, wenn mich die Idee packt.

 

Dann beteiligst Du Dich auch gerne an kreativen und ausgefallenen Aktionen? Was war denn bis jetzt das „Verrückteste“, das Du mitgemacht hast?
Das war wahrscheinlich eine Idee für eine virtuelle Geburtstagsparty einer lieben Bloggerin. Ich habe da in einem Video einen Cocktail gemixt, über den ich im ersten Teil von Christines Nullen-Reihe geschrieben hatte. Ein WWW, auch bekannt als Wodka-Wurst-Wasser. Und getrunken habe ich das Experiment dann hinterher auch … .

 

Und? War es lecker?
Es hat nicht so schlimm geschmeckt, wie der Name vermuten lässt. Und ich hatte hinterher das Gefühl, auch noch was gegessen zu haben.
Das Rezept dazu ist übrigens auf Christines Website.

 

Tatsächlich klingt das aber wirklich eklig … aber schön, dass Du für solche Späße zu haben bist. Was würdest Du sagen, zeichnet Dich sonst noch aus?
Hmm, na ja, ich stehe einfach Dingen grundsätzlich offen gegenüber, solange sie sich im Rahmen der Gesetze bewegen, und versuche, immer erst mal das Positive an einer Situation zu sehen.

 

Eine tolle Einstellung. Hast Du denn zum Ende unseres Interviews noch ein paar Worte an die Leserinnen?
Noch ein paar letzte Worte … Vielleicht einfach nur das: Leute, bleibt einfach so, wie ihr seid. Liebt Bücher, lest sie, habt Spaß dabei und redet darüber.

 

Schöne Abschlussworte. Danke und vielen Dank auch für Deine Zeit.
Vielen Dank auch an dich. Es war mir ein Fest.

 

Mehr über den Autor C.A. Raabe, C.A. Raaven und Christine Corbeau findet ihr hier:
https://www.lacorbeau.de/
https://www.c-a-raaven.de/

Bild: pixabay

Autorenfoto: Gezett Fotostudio

Coverrechte: C.A. Raabe

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