Autoreninterview

Anna-Sophie Caspar

Hallo Anna-Sophie, danke, dass Du Dir heute Zeit für meine Fragen nimmst. Könntest Du Dich bitte kurz vorstellen, damit meine Leser auch wissen, wer hier schreibt?
Hallo Monika, ich freue mich auf das Interview. Ich bin Anna-Sophie und ich habe 2016 meinen ersten Romantasy-Roman ‚Verzaubert‘ herausgebracht. Ich glaube, wir kennen uns auch schon seit Anfang an.

 

Stimmt. Damals kam das Buch gerade im Selfpublishing heraus. Seitdem hat sich aber einiges verändert bzw. ist einiges passiert, oder? Magst Du uns darüber etwas erzählen?
Ja, das stimmt. Meine ersten Schritte habe ich im Selfpublishing gemacht. ‚Verzaubert‘ ist zu meiner Überraschung sehr gut angekommen und ich bin dann bereits nach ein paar Monaten zu Carlsen Impress gewechselt, wo ich dann auch die zwei Folgebände der Trilogie veröffentlichen durfte. Danach musste ich mich als Autorin etwas selbst finden, habe auf Social Media kleinere Kurzgeschichten von drei Schwestern veröffentlicht, die magische Gegenstände jagen und habe dann schnell gemerkt, dass sich die kleinen Geschichten zu einer größeren zusammenfügen wollten. Ich habe dann aus diesen Kurzgeschichten ‚Addicted‘ geschrieben, die erste Fassung von der ‚Catching Magic – Dilogie‘ die in diesem Jahr erschienen ist.

 

Auch dieses Buch ist zuerst im Selfpublishing erschienen und danach bei Impress. Woher kommt dieser Wechsel?
Genau. Da ich die Kurzgeschichten auf meinen Social Media Kanälen veröffentlicht hatte, bin ich zunächst nicht davon ausgegangen, dass mein Verlag Interesse daran haben könnte. Auch wollte ich das Selfpublishing noch einmal ausprobieren. Aber ich habe schnell gemerkt, dass das unglaublich viel Arbeit ist. Im SP muss man alles alleine machen und entscheiden, was natürlich eine große Freiheit ist und auch der größte Anreiz meiner Meinung nach. Aber ich habe gemerkt, dass mir das viel zu anstrengend ist und ich gerne etwas von der Arbeit und den Entscheidungen abgeben würde und mich lieber auf das Schreiben der Geschichte konzentrieren würde. Ich habe etwas länger überlegt, mir noch ein paar Gedanken zu der Geschichte gemacht, z.B. was ich noch ändern würde und mir dann ein Herz gefasst und sie Impress geschickt. Als meine Lektorin mir geantwortet hat, habe ich mich riesig gefreut und ich finde, die Geschichte hat jetzt noch mal einen tollen Feinschliff bekommen, der sie noch ein bisschen besser gemacht hat.

Bleibt es denn bei einer Dilogie oder wird es noch mehr Teile geben?
‚Catching Magic‘ wird eine Dilogie bleiben. Momentan plane ich eine neue Geschichte, die diesmal ein Einzelband werden soll. Ab November werde ich wieder mit dem Schreiben beginnen, da freue ich mich schon drauf. Mir juckt es regelrecht in den Fingern.

 

Darfst / Magst Du denn schon etwas von der neuen Geschichte erzählen? Oder willst Du lieber über „Catching Magic“ schreiben?
Ich kann gerne beides machen. Was würde dich denn mehr interessieren?

 

Dann reden wir doch erst einmal über die Bücher, die es schon gibt.
Klingt gut.
In ‘Catching Magic’ spielen drei sehr unterschiedliche Schwestern die Hauptrollen. Sie leben in London und halten sich mit Nebenjobs über Wasser bis sie ein sehr skurriles Angebot von dem geheimnisvollen Skylar Morrell bekommen. Sie sollen magische Artefakte einsammeln, wofür ihnen eine große Summe Geld versprochen wird. Was sie aber nicht wissen ist, dass die magischen Gegenstände sehr gefährlich sind. Sobald man sie berührt, wird man abhängig von ihrer Magie.

 

Ich habe den ersten Band ja gelesen und fand die Geschichte wirklich sehr originell. Woher kam die Idee?
Danke, es freut mich, dass dir die Idee gefällt. Ursprünglich waren die drei Schwestern ein Detektivinnen Trio, die durch Zufall einen Gegenstand für einen geheimnisvollen Klienten suchen sollten, welcher zu ihrer Überraschung dann magisch war. Im Laufe der Geschichte war dieser Grundplott aber etwas zu flach und ich habe mich gefragt, was wenn die Magie der Gegenstände gefährlich wäre? In den Kurzgeschichten ist eine der Schwestern z. B. aus Versehen im zweiten Weltkrieg gelandet, das war schon gefährlich, aber letztlich hatte sie noch die Kontrolle über die Situation. Durch die Sucht und den Rausch, den die magischen Gegenstände verursachen, verliert sie aber die Kontrolle und die Konflikte, die daraus entstanden sind, fand ich sehr spannend. Hinzu kam dann noch der Zirkel mit seinen sehr konservativen Ansichten, was für noch mehr Reibungen sorgte. Die Weiterentwicklung der Figuren hat sehr viel Spaß gemacht.

Das klingt wirklich sehr spannend. Da hast Du Dir wohl viele Gedanken über Deine Dilogie gemacht.
Bist Du denn grundsätzlich ein Plotter oder eher ein Pantser, also jemand, der einfach drauf losschreibt?
Ich bin definitiv ein Plotter. Wenn ich einfach drauf losschreiben würde, würde ich mich total verfransen und vermutlich nie zum Ende kommen.

 

Wie muss ich mir das vorstellen? Machst Du Dir Notizen in einem Notizbuch oder erstellst Steckbriefe zu Deinen Figuren?
Beides gehört bei mir dazu. Ohne mein Notizbuch geht es gar nicht! Ich schreibe zunächst die Grundidee auf. Meist habe ich schon ein paar Szenen im Kopf, die notiere ich mir auch sofort. Dann mache ich mir nähere Gedanken zu den Figuren, bevor ich mich an die Kapitel Planung setze. Ich mache mir zu jedem Kapitel Notizen und schreibe schon mal den Schluss der Geschichte. Spielort etc., dürfen natürlich in der Planung auch nicht fehlen. Dann bekommen die Figuren noch mal einen Feinschliff und dann starte ich mit dem Schreiben. Mir macht das Plotten mindestens genauso viel Spaß wie das Schreiben selbst.

 

Wie viel Zeit nimmst Du Dir zum Plotten und wie viel nimmt dann das eigentliche Schreiben ein?
Das ist unterschiedlich. Aber ich würde sagen für das Plotten nehme ich mir so 2 Monate, auch wenn die Geschichte selbst ja oft schon viel länger in mir heranreift. Das Schreiben nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch. Für die Rohfassung brauche ich so 2-3 Monate, dann kommt die Geschichte zu den Testlesern, wird noch mal von mir überarbeitet und nach 2 weiteren Monaten kommt sie dann ins Lektorat und danach brauche ich noch mal einen Monat für die Überarbeitung. Ich gehöre zur langsamen Sorte.

Hast Du denn bei einem Verlag diese Freiheiten im Zeitmanagment oder gibt es da mehr Druck?
Das funktioniert eigentlich sehr gut. Man muss sich nur gut absprechen. Vor allem beim Schreiben der Rohfassung hatte ich bis jetzt immer die Zeit, die ich brauchte. Bei dem Zeitmanagement während des Lektorats muss ich mich immer ein bisschen absprechen, weil ich glaube ich etwas langsamer bin, als andere AutorInnen. Aber wenn man sich abspricht, funktioniert es sehr gut.

 

Dann hast Du nur gute Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit einem Verlag gemacht?
Ja, sehr gute. Aber ich habe bisher auch nur mit Impress zusammengearbeitet. Ich glaube aber, dass es immer von beiden Seiten abhängt, die Chemie muss stimmen. Und natürlich muss die Geschichte auch zum Verlag passen.

 

Wirst Du Deine nächste Geschichte gleich einem Verlag anbieten? Apropo: Du wolltest ja auch noch von Deinem neuen Projekt erzählen.
Ja, das ist mein Plan. Aber erst, wenn die Rohfassung fertig ist und ich zufrieden mit der Version der Geschichte bin.
Stimmt. Die Geschichte, die ich aktuell plane, wird diesmal in Amerika spielen. Diesmal geht es um Geister und Dämonen, die Protagonisten sind ca. 17 Jahre alt und gehen noch zur Schule. Und es wird diesmal auch einige Todesopfer geben. Leider müssen ein paar Footballspieler dran glauben.

Also wird es ein Urban-Fantasy-Werk?
Ja, Urban-Fantasy und ein bisschen Mystery.

 

Klingt spannend. Wie weit bist Du denn schon?
Der Grundplott steht und die einzelnen Kapitel habe ich auch schon geplant. In den nächsten Tagen, werde ich mich noch mal intensiver mit den einzelnen Figuren beschäftigen und im November fange ich dann mit dem Schreiben an.

 

Was brauchst Du denn unbedingt während Du ein Buch schreibst? Naschereien? Musik? Kaffee? Etwas ganz anderes?
Definitiv Kaffee. Manchmal höre ich gerne Musik dabei, manchmal brauche ich absolute Ruhe. Kekse (aber nur das gesunde Zeug ^^) oder Obst sind natürlich auch wichtig.

 

Wow, wie vorbildlich. Achtest Du auch sonst auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung?
Ja, schon. Ich esse keinen Zucker und kein Weizenmehl. Und kein Fleisch. Also ich bin etwas kompliziert, aber jeder hat ja seine Macken… .

Eben. Hast Du denn auch als Autorin irgendwelche Macken?
Hm… gute Frage. Wenn ich schreibe, werde ich nicht so gerne angesprochen, weil mich das aus meiner Fantasie rausreißt, aber ich könnte mir vorstellen, dass das vielen Autoren so geht.

 

Konzentration ist sicher sehr wichtig. Welche Fähigkeiten braucht man denn sonst noch als Autorin?
Ich würde sagen Fantasie, Humor, damit man auch über seine Fehler lachen kann, Disziplin, Durchhaltevermögen, die Liebe zu Büchern und zum geschriebenen Wort und Mut, damit man das, was man sich ausgedacht hat auch veröffentlicht.

 

Ja, mutig muss man auf jeden Fall sein, um ein Buch zu veröffentlichen. Aber wenn man sich erst einmal getraut hat, ist es sicher auch eine unglaubliche Erfahrung. Was war denn das schönste Erlebnis in Deinem Autorendasein?
Ja, absolut. Und es ist einfach unglaublich schön mitzubekommen, dass andere Menschen die Geschichte lesen, die ich mir ausgedacht habe und mit den Figuren genauso mitfiebern, wie ich beim Schreiben. Die schönste Erfahrung für mich ist es, wenn Leserinnen mir schreiben, dass sie die Geschichte so toll fanden, dass sie sie ein zweites Mal gelesen haben. Da wird es mir ganz warm ums Herz.

 

Das ist wirklich schön. Möchtest Du denn am Ende unseres Interviews noch etwas loswerden?
Eigentlich nur, dass mir das Interview sehr viel Spaß gemacht hat.

 

Danke, das freut mich sehr. Mir hat es auch Spaß gemacht. Es ist immer wieder schön, einen Blick hinter die Kulissen zu bekommen. Also vielen Dank für Deine Zeit.
Danke auch für deine Zeit und deine schönen Fragen.

 

Mehr Informationen zur Autorin Anna-Sophie Caspar und ihren Bücher findet ihr hier:
https://annasophiecaspar.de/
https://www.facebook.com/Anna-Sophie-Caspar-Autorin-560670884097664
https://www.instagram.com/annasophiecaspar/

Autorenfoto: ©Nina Caspari

Coverrechte: Impress Verlag

Bild: pixabay

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