Autoreninterview

B.E. Pfeiffer

Hallo Betty, danke, dass Du Dir heute Zeit für mich nimmst. Könntest Du Dich bitte kurz vorstellen, damit meine Leser wissen, wen ich da mit meinen Fragen löchere?
Hallo Moni, klar, also, ich bin Bettina, 36, Mama von zwei Kindern und zwei Katzen, hauptberuflich Projektmanagerin und Schriftstellerin aus Leidenschaft (mit Herz und Seele). Und Schokoholic. Ja, das ist wohl mein größtes Laster.

Wie viele Tafeln Schokolade vertilgst Du denn so im Durchschnitt beim Schreiben eines Buches?
Kommt auf das Buch an. Bei Kristallelemente 2 habe ich viel gegessen, aber das lag an der Story. Aber ich denke im Schnitt 2-3 400g Tafeln pro Buch.

 

Gibt es sonst noch etwas, das für Dich zum Schreiben einfach dazugehört?
Eigentlich nicht. Ich kann immer und überall schreiben, wenn meine Muse mal wieder zuschlägt. Aber Schoko muss griffbereit sein, als Seelennahrung.

Dann hast Du quasi immer ein Notizbuch und Stift dabei oder tippst Du dann wild in Dein Handy? Wie müssen wir uns das “immer und überall” vorstellen?
Damit meine ich, wenn ich den Computer aufklappe.
Obwohl ich immer mehrere Geschichten in meinem Kopf habe, nutze ich kaum Notizenbücher für Ideen. Ich vergesse nämlich immer, wo ich mir die Sachen aufgeschrieben habe.
Aber sobald ich einen Laptop griffbereit habe, bin ich einsatzbereit. Egal ob am Flughafen oder im Restaurant (wobei ich echt nicht nachvollziehen kann, wie man am liebsten in einem Starbucks schreibt) oder eben klassisch daheim am Schreibtisch, Balkon, Garten oder Bett.
Ritual habe ich auch keines, Programm auf und los geht’s.

 

Das heißt, Du schreibst in jeder freien Minute?
Quasi. In letzter Zeit war wieder ein Überarbeitungsmarathon angesagt, aber irgendwann muss man all die Geschichten ja auch finetunen und vorzeigbar machen.

Es ist wirklich unglaublich, wie viele Bücher Du in nur kurzer Zeit herausbringst. Wie schaffst Du dieses Pensum nur?
Wenig Schlaf und die Tippgeschwindigkeit eines Maschinengewehrs. Ich gebe zu, wenn ich eine stressige Phase mit vielen Lektoraten habe, leidet der Haushalt darunter und ja, ich mache auch zu wenig Sport muss ich gestehen. Vor 3 Jahren bin ich fast jeden Tag laufen gegangen jetzt bin ich froh, wenn ich es einmal die Woche schaffe.

 

Mit Kindern ist Zeit ja quasi sowieso Mangelware oder hast Du 2 Engel, die wissen, dass sie Mama nicht stören dürfen, wenn sie wieder wie eine Wahnsinnige auf die Tasten einhaut?
Ich habe zwei unglaublich tolle Kinder. Ja, sie treiben mich oft in den Wahnsinn, aber sie verstehen, wenn ich etwas Stress habe und beschäftigen sich dann miteinander. Außerdem schreibe ich halt dann, wenn sie schlafen oder gerade selbst lesen.

Dann bekommst Du also volle Unterstützung von Deinen Lieben? Was sagen sie denn dazu, dass Du nebenbei noch Autorin bist?
Jein. Alles hat Grenzen, aber ich weiß, dass sie stolz auf mich sind. Mein Sohn erzählt sehr gerne, dass die Mama Bücher schreibt und “Aschenglitzer” wollte er unbedingt in den Kindergarten mitnehmen.
Meine Tochter bastelt kleine Büchlein für mich, weil sie auch einmal Autorin werden will. Da geht mir natürlich das Herz auf.

 

Wie schön. Du schreibst bzw. veröffentlichst ja noch gar nicht so lange Bücher. Woher kam denn plötzlich die Motivation, ein Buch herausbringen zu wollen?
Also geschrieben habe ich eigentlich schon immer. Fertig geworden ist halt das wenigste.
Die Motivation … ich habe Weltportale geschrieben in einer Phase, in der es mir nicht so gut ging. Die Geschichte ist nur so aus mir raus geflossen und die Rohfassung hatte ich nach etwa einem Monat fertig. Ich hab Mut gefasst und sie ein paar Leuten zu lesen gegeben. Und weil das Feedback so positiv war, habe ich es auch Testlesern, die ich nicht kenne (und die sicher nicht nur nett sein wollten) gegeben. Nachdem auch deren Feedback gut ausgefallen ist, habe ich mich entschieden, es veröffentlichen zu wollen.
Ich nehme an, viele Autoren wissen, was das bedeutet. Viele Einsendungen machen, wenig Antworten bekommen und lange warten. Aber ich hatte dann riesen Glück und der Sternensand Verlag fand meine Geschichte genauso magisch wie ich.

Seitdem hast Du ja einige Bücher beim Sternensand Verlag veröffentlicht. Dein neuestes Buch “Libellenmagie” kam aber im Selfpublishing heraus. Wie kommt das? Wolltest Du mal etwas Neues probieren?
Ich habe ja auch “Chasing Darkness” bei Impress platziert.
Sowohl Impress als auch SP habe ich gemacht, weil ich mich weiterentwickeln wollte, neue Erfahrungen sammeln wollte. Im SP habe ich die volle Kontrolle über alles (und wer mich kennt weiß, ich bin ein Kontrollfreak, die Coverenthüllung war für mich pure Folter, weil ich Null eingreifen konnte).
Es war eine gute Erfahrung, und da noch zwei Bände von Libellenmagie in den Startlöchern stehen, kann ich noch ein paar Dinge ausprobieren.
Die Buchboxen wollte ich schon lange machen, habe mich aber nie getraut bei einem Verlagsbuch. Jetzt im SP war das möglich und auch damit habe ich mir einen lange gehegten Wunsch erfüllt (der zuerst echt viel bürokratische Arbeit war wegen Gewerbeanmeldung und Co, aber das war es wert – wenn auch nicht unbedingt finanziell).

 

Dann bist Du jemand, der auch gerne mal Neues ausprobiert? Gilt das auch für Genres oder bleibst Du da lieber bei Gewohntem?
Ja, auf jeden Fall. Außer beim Essen, also … wenn das nicht ansprechend aussieht, will ich es nicht probieren. Wenns gut aussieht, versuche ich es. Ja, das Auge isst bei mir mit. Bei Genres … ich springe ja ohnehin schon recht viel. Weltportale ist High Fantasy, Götterherz und Libellenmagie Urban Fantasy (mit Göttern), Aschenglitzer und Kristallelemente sind Märchenadaptionen, Der dunkle Prinz ist Fantasy mit Erotik, Mistletoe und Ich wette du verliebst mich nicht Romance, Chasing Darkness Romantasy. Auf dem Computer habe ich noch historische Fantasy, Dark Fantasy und Steampunk. Ich gebe zu, im Fantasy Bereich fühle ich mich einfach am wohlsten. Romance schreibe ich gerne, wenn ich mal eine Art “Wohlfühlgeschichte” brauche (Da habe ich auch noch 2 Projekte halbfertig am Computer). Ich kann mir nicht vorstellen, etwa in Thriller, Horror oder Krimi zu rutschen. Einfach, weil ich das selbst nicht so gerne lese und damit halt wenig anfangen kann … .

Verständlich. Apropo “Experimente”: Du hast ja auch schon ein Buch zu zweit, also im Duo geschrieben. Wie war das denn?
Das war erstaunlich lustig. Mit Fanny verbindet mich ja eine tiefe Freundschaft und wir haben uns gegenseitig quasi Steilvorlagen geliefert. Es hat richtig Spaß gemacht.

 

Wie habt ihr das genau gemacht? Hat jeder von euch immer 1 Kapitel geschrieben oder wie muss ich mir das vorstellen?
Die Geschichte wird ja abwechselnd aus der Sicht von Liz und Tony erzählt. Jeder von uns hat eine Sicht geschrieben. Wir haben also unser Kapitel gemacht, eventuell kurz angemerkt, wie wir denken, dass der andere weitergehen könnte. Aber eigentlich hat sich das meiste von selbst ergeben. Das war auch eine der wenigen Geschichten, die ich zumindest grob geplottet habe (und Fanny auch).

Das klingt ja spannend. Welche Sicht hast Du denn geschrieben?
Verrate ich noch nicht. Das soll für die Leser eine Überraschung sein.

 

Ah, ok. Erfährt man das denn im Buch? Und was war die größte Herausforderung daran, gemeinsam mit einer anderen Autorin ein Buch zu schreiben?
Also, aufmerksame Leser finden es sicher heraus (wenn sie unsere anderen Bücher kennen) und ja, wir lösen es auf im Nachwort. Eigentlich das Warten darauf, dass ein neues Kapitel kommt. Ich fand Fannys Kapitel unglaublich lustig und bin oft vor lachen auf dem Boden gelegen. Es hat bei uns einfach super harmoniert, da gab es vom Warten keine Herausforderung.

 

Das klingt sehr harmonisch. Wird es weitere Bücher von euch im Duo geben?
Würde mich freuen, aber im Moment haben wir kein offenes Projekt.

Offene Projekte ist ein gutes Stichwort: Als nächstes erscheinen ja Kristallelemente 2 und Libellenmagie 2 und 3. Alles noch dieses Jahr?
Also Fahrplan für 2020/21 (soweit mir bekannt bisher) * 10.7. “Ich wette du verliebst mich nicht” * 16.9. “Libellenmagie 2 (hat einen anderen Titel, verrate ich aber noch nicht) * 25.9. Kristallelemente 2 * November: Weltportale 3 * 21.1.2021: Libellenmagie 3 (ebenfalls anderer Titel).

 

Du bist verrückt! Sind dann alle offenen Reihen beendet?
Nein, Kristallelemente bekommt noch 2 Teile und Weltportale auch. Und ja, ich bin verrückt. Übrigens schreibe ich gerade an Kristallelemente 3/4 und Weltportale 4, während ich noch zwei, drei andere Projekte abschließe. Ich wiederhole es gerne, ich bin verrückt.

Wie kannst Du parallel an so vielen Geschichten arbeiten? Kommst Du da nicht durcheinander?
Nein, gar nicht. Ich verwechsle nie Personen, Handlung, Artefakte, etc. Nur mit Orten habe ich es nicht so. Ich zeichne mir immer Landkarten, wenn ich die Welten selbst erschaffe. Wenn es in unserer Welt spielt, nehme ich gerne Orte, die ich kenne. Ich habe ein fotographisches Gedächtnis und kann Städte usw. recht gut abrufen, wenn ich sie brauche.

 

Fotografisches Gedächtnis? Das ist sicher sehr praktisch, wenn man an so vielen Geschichten gleichzeitig arbeitet. Was denkst Du, braucht aber jeder, der Autor sein möchte?
Ist sehr praktisch, ja. Herz. Ein Autor braucht Herz und er muss für seine Geschichten brennen. Ich finde es zwar immer beeindruckend, wenn jemand quasi auf Zuruf eine Geschichte schreiben kann … aber ich muss eine Geschichte fühlen, sie leben. Wenn ich richtig im Flow bin, ist es, als wäre ich Teil der Story. Und ich denke, das liest man. Also, ein Autor braucht Herz. Und Durchhaltevermögen. Und eine dicke Haut, denn man kann es niemals allen recht machen.
Da sind wir ja schon beim Thema Kritik. Wie gehst Du damit um? Hast Du Dir inzwischen schon eine dicke Haut zugelegt?
Es gibt Tage, da zucke ich die Schultern, wenn ich eine schlechte Bewertung finde. Weil Geschmäcker sind verschieden und nicht alles kann jedem gefallen. Wo der eine meint, die Geschichte wäre zu schnell sagt der andere, die Action war super an der Stelle. Aber manche Aussagen schmerzen doch, besonders, wenn es um meinen Stil geht. Ja, auch der kann nicht jedem gefallen, aber wenn man liest “zu einfach, zu simpel, nicht elegant”, fragt man sich schon … Also generell versuche ich drüber zu stehen, aber manchmal tut es eben doch noch weh.

 

Was machst Du dann, um Dich wieder aufzumuntern?
Schokolade. Nein, ich sehe mir all die positiven Dinge an. Die schönen Rezensionen, das Lob, die vielen wunderbaren Leser, die meine Geschichten mögen. Dann atme ich dreimal durch und mache weiter.

Ich finde das eine sehr schöne Strategie: Nach dem Negativen auch etwas Positives zu lesen. Gibt es am Ende unseres Interviews denn noch etwas, das Du dringend noch loswerden möchtest?
Ich denke, anders geht es in Wahrheit nicht.
Ja! Eine Bitte an die Leser, die ein Buch lesen und es mögen. Schreibt den Autoren, die ihr unterstützen wollt, eine Rezension. Das ist gerade beim großen A wichtig und hilft ungemein.
Ansonsten danke ich allen, die meine Bücher bei sich einziehen lassen und sie zum Leben erweckt haben.

 

Und ich danke Dir, für deine wundervollen Geschichten und Deine Zeit heute.
Vielen Dank für das Interview.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Autorenfoto: ©Tamara Wassermann

Bild: pixabay

Die Coverrechte liegen beim jeweiligen Verlag bzw. bei der Autorin

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