Autoreninterview

Ingrid Höhl

Hallo Ingrid, danke, dass Du Dir heute Zeit für mich und meine Fragen nimmst. Kannst Du Dich bitte einmal kurz meinen Lesern vorstellen?
Hallo Monika, vielen lieben Dank. Mein Name ist Ingrid, ich bin 47 Jahre alt und arbeite als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache. Ich wohne in einem kleinen Städtchen in Baden Württemberg und in meiner Freizeit bin ich gerne in der Natur unterwegs, treffe Freunde oder bin kreativ.

 

Und nebenbei schreibst Du noch Bücher?
Schreiben nimmt tatsächlich mittlerweile den Hauptteil meiner Freizeit ein. Die anderen Hobbys sind inzwischen dadurch etwas “verdrängt” worden.

 

Seit wann hat sich dieses zeitraubende Hobby eingeschlichen und wie kam das?
Also geschrieben habe ich schon immer. Schon in der Grundschule fand ich es ganz toll, mir Geschichten auszudenken. Sei es angeregt durch die Aufsätze im Deutschunterricht oder durch meine Lieblingsserien im Fernsehen. Ich habe bis Anfang 20 Kurzgeschichten und Gedichte geschrieben, zuletzt sogar versucht, eine Trilogie zu schreiben. Damals noch mit Kuli und Collegeblock!

 

Und wann setzte sich dann die konkrete Idee fest, dass Du ein Buch wirklich veröffentlichen möchtest?
Das wollte ich damals mit der Collegeblock-Trilogie schon. Ich habe Verlage angeschrieben und höfliche Absagen kassiert. Dann gab es eine lange Pause, in der ich höchstens noch ab und an Tagebuch geschrieben habe. Es war etwa 2015, als mir klargeworden ist, dass die Möglichkeiten, Bücher zu veröffentlichen, mittlerweile vielfältiger geworden sind. In gewisser Weise ist es ja auch inzwischen viel einfacher. Da hat mich wohl der Ehrgeiz gepackt, es noch einmal zu versuchen. Denn der Wunsch, wenigstens ein von mir selbst geschriebenes Buch in Händen zu halten, hat mich von Kindesbeinen an begleitet und nicht losgelassen.

 

Hast Du es dann bei Deiner ersten Veröffentlichung gar nicht mehr mit einem Verlag versucht?
Doch, ich habe ein gutes Dutzend Verlage angeschrieben. Ich wollte das Buch auf jeden Fall veröffentlichen, aber habe es auch bei Verlagen versucht. Ein Verlag hat auch gleich zugesagt, aber unsere Wege haben sich leider aufgrund von künstlerischen Differenzen wieder getrennt.

 

Hast Du dich deswegen fürs Selfpublishing entschieden? Weil man da künstlerische Freiheiten hat?
Die Trennung vom Verlag ist mir nicht leichtgefallen, weil ich das Miteinander sehr schätze und das Selfpublishing zumindest doch mal in der Anfangsphase ein ziemlicher Alleingang ist. Aber ja, eine bestimmte künstlerische Freiheit wollte ich mir nicht nehmen lassen.

 

Dann erzähl uns doch jetzt einmal etwas von der künstlerischen Freiheit in deiner Trilogie.
Meine Trilogie handelt von einem jungen Mädchen, das in sich gekehrt, verschlossen und misstrauisch versucht, seinen Alltag zu meistern. Sie träumt von Dämonen, dem Weltuntergang und einem bösen Mann, der sie verfolgt. Im Laufe der Geschichte muss sie feststellen, dass Dämonen wirklich existieren. Aber nicht nur die. Es gibt auch so etwas wie Engel und auf einmal ist sie mittendrin in der Auseinandersetzung der beiden Mächte und beide Seiten behaupten, dass sie zu ihnen gehört.

Also geht es um einen Kampf zwischen gut und böse?
Scheinbar. Aber der Leser wird im Laufe der Geschichte feststellen, dass die Grenzen nicht so einfach zu ziehen sind. Einige werden die Seiten wechseln und die, die “böse” sind, haben gute Gründe dafür, so zu sein. Meine Engel sind nicht einfach Wesen des Lichtes, von Gott gesandt. Sie sind vielmehr auf der Erde gestrandet und haben vergessen, warum sie hier sind. Auch die Dämonen sind nicht einfach böse. Wer oder was sie sind, wird im dritten Band enthüllt und ich bin schon sehr gespannt, was die Leser davon halten werden…

 

Oh, das klingt ja spannend. Würdest Du sagen, dass die Spannung in dieser Trilogie im Vordergrund steht? Oder spielt auch die Liebe eine große Geschichte oder die Entwicklung einzelner Personen und Wesen?
Ich betrachte die Geschichte ein bisschen wie eine Zwiebel. Es gibt eine große, übergeordnete Rahmenhandlung, die erst im dritten Band offengelegt wird. Eine Schicht darunter geht es um die Engel und Dämonen, um deren Geschichte und Entwicklung. Darunter handelt es von den Freundschaften und Feindschaften der Charaktere, um ihre Beziehungen miteinander, denn es sind mir viele Charaktere mittlerweile ans Herz gewachsen und haben nach Ausdruck verlangt. Und im Kern geht es um Cassie, das junge Mädchen, um ihre Entwicklung von einem misstrauischen schüchternen Mädchen zu einer selbstbewussten jungen Frau, die endlich versteht, wer sie ist und was sie möchte. Dazu gehört auch untrennbar die Liebe zu einem jungen Mann, einem der Engel, denn sie teilen eine ganz besondere Form der Liebe, müssen aber erst lernen, ihre Vergangenheit hinter sich zurückzulassen und sich füreinander zu öffnen.
Was die Spannung angeht, hoffe ich, dass die Geschichte auch spannend ist. Ich habe feststellen müssen, dass man als derjenige, der die Geschichte schreibt und die Details kennt, richtig große Schwierigkeiten damit hat, einzuschätzen, wie spannend das Ganze auf den Leser wirkt.
Das hört sich nach einer vielschichtigen Geschichte an, aber ich kann gut verstehen, dass man als Autor einen anderen Blick auf sein Werk hat. Wie gehst Du denn dann mit Rezensionen um? Ist es für dich interessant zu lesen oder vermeidest Du es, um nicht verletzt zu werden?
Ich lese alle Rezensionen, das sehe ich schon ein wenig als Pflicht an. Schließlich will man sich weiterentwickeln und möchte auch Feedback von den Lesern haben. Und man freut sich, wenn sich jemand die Mühe gemacht hat, ein Feedback zu geben. Natürlich ist es nicht schön, wenn man negative Rezensionen bekommt. Aber damit muss man lernen umzugehen.

 

Konntest Du denn schon etwas Wertvolles aus einer der Rezensionen mitnehmen?
Was ich interessant fand, war, wie unterschiedlich manche Aspekte empfunden wurden. Eine Sache, die ich auf jeden Fall gelernt habe, ist, dass die Leser sich von Beginn an Action wünschen…

Dann beginnt der 3. Band bereits sehr aufregend?
Ich würde mal sagen, Band 2 endet mit einem Knall und schon allein deshalb beginnt Band 3 sehr aufregend…

 

Ein fieser Cliffhanger also? Wie lange müssen Deine Leser denn noch auf den Trilogieabschluss warten? Also wann erscheint Band 3?
Ja, ich schätze, das könnte man so sagen. Ich wünschte, ich könnte schon einen festen Termin nennen, aber das geht leider nicht. Wenn alles gut läuft, wird es Mitte 2020 werden.

 

Das heißt, Du schreibst schon fleißig daran?
Ja, ich weiß als Leser selbst ganz genau, wie nervig es ist, auf Fortsetzungen zu warten. Ich habe natürlich schon mit dem dritten Teil angefangen, während der zweite im Lektorat war, aber es liegt noch viel Arbeit vor mir. Ich möchte in den Weihnachtsferien ein gutes Stück vorankommen.

 

Das hört sich fast so an, als wäre Deine Zeit zum Schreiben auch sehr beschränkt. Wie schaufelst Du Dir Zeit frei? Also wann schreibst Du?
Oh ja, allerdings. Ich habe nicht viel Zeit zum Schreiben. Deshalb nehme ich gerne auch mal das eine oder andere zur Korrektur mit auf die Arbeit, um in den Pausen daran zu arbeiten. Meine Kollegen haben sich schon daran gewöhnt, dass sie mich nicht ansprechen dürfen, wenn ich über den Laptop gebeugt dasitze. Abends habe ich die meiste Zeit, dann muss eben auch der Fernseher ausbleiben und auch durch das Internet darf ich mich nicht ablenken lassen. Ideen kommen mir meistens auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Weg nach Hause, da ich schon eine ziemliche Strecke unterwegs bin.
Und hast Du dann immer ein Notizbuch dabei, um solche Ideen sofort zu notieren?
Ja, aber da ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, muss ich warten, bis ich auf der Arbeit ankomme. Dann kann es schon einmal vorkommen, dass ich wie eine Wilde die Treppen hochsause und mich an einen Schreibtisch im Aufenthaltsraum setze, um schnell alles aufzuschreiben, bevor ich es vergessen habe. Auch daran haben sich die Kollegen mittlerweile gewöhnt.

 

Dann wissen Deine Kollegen also, dass Du nebenbei auch noch Autorin bist? Wie haben sie allgemein darauf reagiert?
Tatsächlich habe ich ein paar Fans unter meinen Kollegen und sie sind fast alle ziemlich neugierig, wie das alles funktioniert.

 

Das ist ja schön. Ich denke das motiviert auch nochmal ein bisschen, oder?
Ja, das tut es. Ich bin überhaupt sehr überrascht und glücklich darüber, wie viel positives Feedback, Tipps und Unterstützung ich bekommen habe. Sei es von Testlesern, Kollegen oder Bloggern.

 

Das freut mich wirklich. Dann sind Deine Erfahrungen in der Buchwelt durchweg positiv oder gab es auch schon Negatives?
Der Weg zur Veröffentlichung eines Buches, vor allem als Selfpublisher, ist mit sehr viel Stress, Energie und Kosten verbunden. Man muss flexibel sein und bereit, ständig dazuzulernen. Und man braucht einiges an Durchhaltevermögen. Aber ich habe sehr viel Glück gehabt und richtig tolle Menschen kennengelernt. Wenn man dann noch von einem Leser hört, dass er das Buch verschlungen hat und auf die Fortsetzung gespannt ist, dann macht das alles wieder wett, was im Vorfeld vielleicht nicht so rund gelaufen ist.

 

Das ist eine wundervolle Einstellung und das würde ich so gerne als Schlusswort stehen lassen, weil es so schön positiv ist. Ich hoffe, das ist ok? Natürlich darfst Du gerne noch etwas sagen, wenn Du noch etwas loswerden möchtest. Ansonsten bedanke ich mich ganz herzlich für das tolle Interview.
Dankeschön. Wenn ich eins gelernt habe, dann ist es, dass man nicht aufgeben darf, um seinen Traum zu verwirklichen. Die Erfahrung mit dem Verlag war wirklich traumatisch für mich, aber ich habe mich durchgekämpft.

Ich danke dir sehr für das Interview. Es hat mir viel Spaß gemacht.

 

Wenn ihr jetzt mehr über die Autorin Ingrid Höhl und ihre Bücher erfahren möchtet, schaut hier vorbei: https://www.facebook.com/ingrid.hoehl/

Autorenfoto: Ingrid Höhl

Coverrechte: Ingrid Höhl

Bild: pixabay

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