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Leni Wambach

Hallo Leni, vielen Dank, dass Du Dir heute Zeit für mich nimmst. Kannst Du Dich bitte kurz meinen Lesern vorstellen?
Ich bin Leni, 22 Jahre und Studentin für Anglistik und Linguistik. Außerdem bin ich Autorin von Fantasy-Büchern – und immer noch ziemlich glücklich darüber, das seit letztem Jahr auch “professionell” machen zu dürfen.

 

Na das ist wirklich toll. Herzlichen Glückwunsch hierzu. Da ist der Platz auf der Shortlist des DPP sicher noch einmal eine wundervolle Rückmeldung dafür, dass Du Dich für den richtigen Weg entschieden hast oder wie hast Du auf diese Nachricht reagiert?
Vielen Dank! Ja, definitiv. Im letzten Jahr sind so viele andere tolle Debüts erschienen und dass mein eigenes genug aufgefallen ist, um überhaupt für den DPP in Betracht gezogen zu werden, ist ein wirklich unglaubliches Gefühl. Deswegen muss ich auch gestehen, ab und zu gucke ich schon noch auf die Seite des DPP, um mir klar zu machen: Da stehen ja wirklich dein Buch und dein Name! Es war schon ein Wahnsinnsgefühl, als einer der offiziellen Vorschläge auf der Longlist zu stehen. Aber die Shortlist war für mich nochmal das Zeichen, dass ich es irgendwie geschafft habe, mit meinem Buch andere Menschen zu erreichen und zu begeistern. Das alleine ist schon eine große Auszeichnung.

Magst Du uns ein bisschen etwas zu dem Buch erzählen, das in der Kategorie “Bestes deutschsprachiges Romandebüt” nominiert ist?
In dem Buch geht es um meine ganz eigene Version einer Welt, die von Feen bevölkert ist. Normalerweise kennt man Feen eher als kleine, zarte Wesen mit Flügeln, die im Wald heimisch sind. Meine Feen hingegen sind eher kriegerisch, beherrschen mächtige Feuer- bzw. Wassermagie – und das zieht sich auch durch das gesamte Buch bzw. die gesamte Reihe. Meine Protagonisten, Andira und Gardorath, erleben auf ihrer Reise ziemlich viele Abenteuer. Sie werden angegriffen, sie decken große Geheimnisse über die Vergangenheit und Gegenwart ihres Volkes auf, erleben Verrat und Freundschaft – und müssen auch mindestens genauso häufig gegen ihre eigenen Ängste, Vorurteile und inneren Konflikte kämpfen.
Coverrechte: Impress
Reihe? Wie viele Bände wird es denn geben?
Es gibt zwei Bände und bei denen wird es auch bleiben. Ursprünglich war nur ein Band geplant, aber am Ende hatte ich doch das Gefühl: Mir fehlt was. Die Geschichte geht noch weiter. Außerdem waren meine Lektorin und ich so große Fans von einer der Nebenfiguren, da war klar: Sie braucht einen größeren Auftritt!

 

Heißt das, im zweiten Teil geht es hauptsächlich um andere Protagonisten?
Genau. Andira und Gardorath kommen weiterhin vor, mit eigenen Kapiteln und wichtigen Handlungssträngen, aber die Hauptrollen haben zwei andere Figuren.

 

Natürlich wünscht sich jeder Autor, dass seine Bücher gut bei den Lesern ankommen, aber bei einem Debüt hat man sicher doppelt Angst, dass es unter den ganzen Neuerscheinungen untergehen wird oder wie ging es Dir da?
Auf jeden Fall! Ich hatte eigentlich fest damit gerechnet, dass es nur meine Familie kaufen würde (und die, die von meiner Familie dazu gezwungen werden …). Oder dass es sich Leute kaufen und ganz furchtbar finden und ich mich bis zum Ende meines Lebens unter einem Stein verstecken muss. Nicht, dass ich das nicht sowieso überlegt hätte – als vorbeugende Maßnahme sozusagen. Ein Buch in die Welt zu lassen fühlt sich immer so an, als würde man einen sehr persönlichen Teil von sich selbst ebenfalls anderen Leuten überreichen. Das ist sehr beängstigend, aber ich bin froh, das Risiko eingegangen zu sein.

 

Aber hat Dir die Tatsache, dass Dein Debüt so gut ankam, auch neue / weitere Motivation verliehen, denn inzwischen sind ja einige Bücher von Dir nachgekommen?
Definitiv. Einen Verlag überzeugt zu haben, war schon ein großer Motivationsschub. Aber auch die verschätzen sich ja mal. Als mir dann also langsam klar geworden ist, dass ich auch Leser, fremde Menschen!, überzeugen kann, ist mir endgültig klar geworden, dass das Schreiben von Büchern etwas ist, was ich kann und was ich auch nicht aufhören möchte zu tun.
(Und tatsächlich sind es seitdem drei Bücher. Selbst für mich kaum zu fassen, und ich habe sie selbst geschrieben …!)

 

Du legst echt ein ganz schönes Tempo vor muss ich sagen. Wie machst Du das?
Also wie sieht Dein Tag so aus?
Haha ja, nach meinem Geheimrezept werde ich häufig gefragt. Wenn ich gerade zwischen zwei Semestern bin, habe ich natürlich relativ viel Zeit. Aber: Mein Debüt (und auch Band 2) ist mitten im Semester entstanden.
Sobald ich eine Deadline habe, rechne ich aus, wie viele Wörter ich pro Tag schreiben muss, um pünktlich fertig zu sein. Da mein Uni-Stundenplan jeden Tag anders aussieht, gucke ich jeden Tag aufs Neue, wann ich Zeit zum Schreiben habe. In der Regel ist das am Nachmittag oder Abend.

 

Dann bist Du ein sehr strukturierter Mensch, der alles genau durchplant?
Das versuche ich zumindest zu sein. Aber so ganz klappt das leider noch nicht, daher lege ich ziemlich oft Nachtschichten ein, um alles erledigt zu bekommen. Und es gibt auch Tage, an denen will einfach nichts funktionieren und das ist dann auch in Ordnung. Dann erreiche ich mein Tagesziel eben nicht, dafür schaffe ich an anderen Tagen doppelt so viel.

 

Bist Du dann auch jemand, der seine Geschichte vor dem Schreiben komplett durchplottet?
Jein. Ich habe einen groben Plot, der in Stichpunkten auf knapp einer Seite die Handlung zusammenfasst. Die einzelnen Szenen plotte ich, während ich schreibe. Immer ein paar Szenen im Voraus. Dann habe ich genug Freiraum, um spontan Dinge zu ändern und anzupassen, aber ein Grundgerüst, um nicht aus Versehen ins Leere zu schreiben.

 

“Ins Leere zu schreiben” bedeutet?
Dass ich nicht weiß, wie es weitergeht. Das ist mir als Kind/Jugendliche häufiger passiert, als ich dachte, plotten wäre was zum Essen. Ich hatte tausende Ideen, habe nichts vorgeplant (was für viele super funktioniert!) – und nichts fertig geschrieben, weil ich irgendwann nicht wusste, wie es weitergehen soll mit der Geschichte. Oder weil es unlogisch geworden ist, weil nichts mehr zusammengepasst hat.

 

Dann hast Du quasi aus Deinen “Fehlern” aus der Jugend gelernt. Was würdest Du sagen, hast Du von Deinem Debüt, das ja im November 2018 erschienen ist, bis jetzt als Autor noch dazugelernt?
Ich denke, mit jedem Wort, das man schreibt, lernt man etwas über das Schreiben hinzu und verbessert den eigenen Stil. Was das Technische angeht, haben mir meine Lektorate auch enorm weitergeholfen und ich achte jetzt beim Schreiben oder Überarbeiten darauf, meine häufigsten Fehler zu vermeiden. Außerhalb vom Schreiben habe ich aber auch eine Menge über Social Media und Kontakte knüpfen und auf Menschen zugehen gelernt. Sachen, die mir vor einem Jahr wahnsinnig schwer gefallen sind und mir jetzt sogar Spaß machen.

 

Das klingt super. Ich lerne selbst auch gern Neues und freue mich über jede Entwicklung. Was würdest Du denn gerne noch lernen? Also gibt es etwas, das Du Dir zum Ziel gesetzt hast?
Ich will mich natürlich als Autorin immer weiter entwickeln, und es gibt auch noch Arten von Szenen, die mir Schwierigkeiten bereiten. Es wäre schön, wenn mir die auch irgendwann leichter fielen. Ansonsten habe mir das Ziel gesetzt, mehr Projekte auch zu Ende zu bringen und nicht immer nur Ideen zu haben, die in Notizbüchern und Worddateien vor sich hin vegetieren. Auf eher persönlicher Ebene fehlt es mir hier und da noch an Selbstbewusstsein und Durchsetzungsfähigkeit. Beides Sachen, die man dringend in der Autorenwelt braucht (und nicht nur da fürchte ich).

 

Beides sicher auch sehr nützliche Fähigkeiten. Was muss man Deiner Meinung nach sonst noch so als Autor mitbringen?
Ich kann da natürlich nur aus persönlicher Erfahrung sprechen, aber ich musste mich vor allem auf mein Durchhaltevermögen und meine Disziplin verlassen können. Durchhaltevermögen, um auch weiter zu machen, wenn es mal nicht gut läuft, Disziplin, um überhaupt kontinuierlich zu arbeiten. Außerdem braucht man viel Geduld, das fängt bei der Verlagssuche an und hört beim Warten auf die Veröffentlichung auf. Aber das Wichtigste ist eigentlich: Spaß und Leidenschaft beim Schreiben empfinden, und von Worten fasziniert und begeistert zu sein.

 

Die Liebe zum Wort. Das ist es auch, was Autoren und Blogger verbindet. Wie sind denn Deine Erfahrungen mit Bloggern?
Genau.
Super gut! Ich hatte für mein Debüt das große Glück eine total engagierte und super liebe Gruppe von Bloggerinnen zu haben. Die meisten von ihnen waren bis jetzt bei jedem Projekt dabei und einige sind enge Freunde geworden. Ich bin der festen Überzeugung, dass sie einen erheblichen Teil zum Erfolg meines Debüts beigetragen haben. Außerdem macht ihr Blogger immer so tolle Bilder, da werde ich richtig neidisch … .

 

Es freut mich, dass Deine Erfahrungen so positiv waren. Oder hattest Du auch negative Erlebnisse?
Eigentlich nicht, nein. Es gab hin und wieder mal Absprachen, die ich mir frühzeitiger gewünscht hätte, aber wir sind alle nur Menschen, das kann immer passieren. Natürlich kriege ich hin und wieder mit, dass es zwischen Bloggern und Autoren richtig kracht, aber das habe ich zum Glück nicht erlebt, wie gesagt, ganz im Gegenteil.

 

Ja, von einer guten Zusammenarbeit können auch nur beide Seiten profitieren. Ich wünsche Dir auf jeden Fall, dass Du weiterhin so viele positive Erfahrungen sammeln kannst und drücke Dir ganz fest die Daumen für den DPP. Vielen Dank für Deine Zeit.
Auf jeden Fall. Ist ja auch eigentlich viel entspannter für beide Seiten.
Danke dir! Und vielen Dank für das schöne Interview, es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

 

Das freut mich.

 

Und wenn ihr jetzt für Leni Wambach und ihr Buch “Ein Königreich aus Feuer und Eis” abstimmen wollt, schaut unbedingt hier vorbei: https://eveeno.com/dpp2019-shortlist

 

 

 

 

Mehr Informationen über die Autorin und ihre Bücher findet ihr hier:

https://www.facebook.com/LeniWambachAutorin/

https://www.instagram.com/leni_wambach/

Autorenfoto: Jey Jones

Bild: pixabay

DPP-Logo: DPP

Coverrechte: Impress / Carlsen

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