Autoreninterview

Lisa M. Louis

Hallo Lisa, schön, dass Du Dir heute die Zeit für meine Fragen nimmst. Stellst Du Dich bitte kurz vor, damit meine Leser wissen, mit wem sie es zu tun haben?
Hallo zusammen, tja, wo fange ich an? Seit 2009 schreibe ich bereits und 2016 erschien mein erstes Buch. Dort habe ich meinen ersten Roman “Observe – Die neue Welt” als Lisa M. Louis veröffentlicht und hatte sogar das riesige Glück, mit meinem Debüt den Amazon Beststeller Express auf der LBM zu gewinnen, seit dem ist jedoch sehr viel passiert. Nach dem kleinen Erfolg von Observe habe ich mir zwei Jahre Pause genommen, da ich Mama geworden bin und mein Examen machen wollte. Seit letztem Jahr bin ich jedoch wieder voll dabei und nach einer Liebeskomödie und Observe 2 ist gerade erst mein erster klassischer Liebesroman, British Love, erschienen, den ich als Lisa Summer veröffentlicht habe. Ansonsten arbeite ich als freie Lektorin für andere Selfpublisher.

 

Da hast Du ja schon eine ganz schöne Geschichte hinter dir. Zwischen deinem Anfang als Autorin und der ersten Veröffentlichung liegt ja doch eine ziemliche Zeitspanne. Wie kam das?
Wie viele andere Autoren auch, habe ich anfangs für die Schublade geschrieben. Meinen ersten Roman sogar noch wortwörtlich, der liegt nämlich tatsächlich auf mehreren Collage Blöcken handschriftlich geschrieben in einem Schreibtischfach. Damals war ich noch in der Oberstufe und ich bezweifle, dass das heute noch jemand lesen möchte. Danach kamen Experimente wären des Studiums, mal schauen, ob ich mir einen der Texte irgendwann einmal vornehmen werde.
Und wie kam es dann dazu, dass Du “Observe” schließlich veröffentlicht hast?
Es war die erste Geschichte, die sich reif genug dafür angefühlt hat. Und im Studium hatte ich auch endlich Zeit, regelmäßig zu schreiben.

 

 

Wie ging es nach der Entscheidung, das Buch zu veröffentlichen, weiter? Hast Du nach einem Verlag gesucht oder sofort entschieden, dass Du es selbst herausbringen möchtest?
Ich habe sofort entschieden, es selber herauszubringen. Ich bin von Anfang an Selfpublisherin durch und durch. Mir macht gerade auch das Marketing und der enge Kontakt zu den Lesern sehr viel Spaß, ich weiß nicht, ob ich den auch als Verlagsautorin so hätte.

 

Was machst Du denn in Sachen Marketing alles, um auf Deine Bücher aufmerksam zu machen?
Zum einen arbeite ich viel mit Bloggern zusammen, es macht einfach Spaß, sich gemeinsam Aktionen auszudenken. Außerdem bin ich auf den Messen in Leipzig und zukünftig auch in Berlin mit eigenem Stand dort. Es ist einfach toll, sich dort Zeit für seine Leser nehmen zu können und sie mal in “echt” kennenzulernen.
 
Ansonsten eben noch die klassische Pressearbeit.
Ist das für Dich das Schönste am Autorendasein: Der Kontakt mit den Lesern?
Nein, tatsächlich das Schreiben selbst, der Kontakt kommt aber gleich dahinter.

 

Wie viel Zeit investierst Du denn so ins Schreiben? Hast Du bestimmte Zeiten oder schreibst Du je nach Lust und Laune?
Wenn schreibe ich tagsüber und in der Regel immer dann, wenn ich gerade keinen anderen Auftrag habe. Da bringe ich auch mal 5000 Wörter am Tag zu Papier. Wenn ein neues Schreibprojekt ansteht, nehme ich mir inzwischen auch schon mal zwei Wochen frei, um in der Zeit so viel wie möglich zu schaffen.

 

Du planst Deinen Urlaub nach Deinen Schreibprojekten? Was sagt denn Deine Familie dazu? Ich muss ja sagen, ich bewundere es total, wie ihr Autoren das immer alles so konsequent hinbekommt. Ich bin ja eher der Typ “nur nach Lust und Laune”.
Na ja, ich bin ja selbstständig und möchte zukünftig meine Haupttätigkeit mehr und mehr aufs Schreiben legen. Solange ich nicht jeden Abend und an den Wochenenden schreibe, hat meine Familie da nichts gegen. Wenn es drauf ankommt, bekomme ich auch immer die Unterstützung, die ich brauche.

 

Das ist schön, wenn man Rückhalt von seinen Lieben bekommt. Hast Du in Deinem Umfeld denn auch jemanden, der Deine Bücher liest oder dir z.B. beim Ideenspinnen etc. hilft?
Ja, ich telefoniere oft stundenlang mit meiner lieben Kollegin Eva Baumann, die auch meine Cover für meine Liebesromane macht. Sie ist sozusagen mein Schreibbuddy. Ansonsten arbeite ich mit vielen Testlesern, meiner Lektorin und meinem Korrektor eng zusammen. Meine Freunde und die Familie muss auch mal beim Ideenspinnen helfen.
Woher nimmst Du denn die Inspirationen für Deine Geschichten?
Meistens aus Träumen.
Manchmal auch einfach aus dem Leben selbst.

 

Wie viele Ideen hast Du denn gerade “in Arbeit”?
Zum einen die Fortsetzungen von British Love, aber mit anderen Hauptcharakteren und dann noch eine Dystopie und einen Weihnachtsroman.

 

Schreibst Du parallel an all diesen Ideen oder arbeitest Du sie nach und nach ab?
Immer nach und nach.
Gerade ist ja auch “British Love” erschienen. Worum gehts da?
Um Hoffnung, Vertrauen und die Liebe. Der Vater meiner Protagonistin Linda ist an Leukämie erkrankt. Als Linda dann erfährt, dass er noch eine zweite Tochter hat, steht für sie fest, dass sie sie finden muss. Vielleicht ist sie ja die geeignete Stammzellenspenderin für ihren Vater. Außerdem weiß sie, wie viel es ihrem Vater bedeuten würde, wenn er ihre Schwester noch einmal sehen könnte. Um sie zu finden, reist sie nach England und nimmt dort einen Job an. Unerwartet bekommt sie Hilfe von Harvey und wie das so ist, wenn zwei Menschen viel Zeit miteinander verbringen, beginnt es zwischen den beiden zu knistern, während Lindas Vater allmählich die Zeit davon läuft. Mehr möchte ich mal nicht verraten.

 

Das klingt wirklich sehr emotional und alles andere als nach einer leichten Sommerromanze …
Ja, es sollen wohl schon Taschentücher von meinen Leserinnen verbraucht worden sein. So habe ich aber einen sehr lockeren Stil, wodurch es nicht wirklich schwere Kost ist. Trotz der zum Teil sehr emotionalen Szenen ist es doch in erster Linie ein Liebesroman mit den üblichen Hochs und Tiefs, die meine Protagonistin durchleben müssen.

 

Das klingt toll. Und geht es in Band 2 dann mit den selben Protagonisten weiter oder spielen darin andere Charaktere eine Rolle?
In Band 2 steht ihre beste Freundin im Vordergrund, die nach Schweden reist, um dort ein Auslandssemester zu machen. Lustigerweise hatten mir damals ganz viele Testleser geschrieben, dass sie sie so sympathisch fanden und unbedingt mal eine Geschichte von ihr lesen möchten. Das war wirklich ein tolles Feedback, da ich es ja genau so von Anfang an geplant hatte.

 

So eine Reaktion ist sicher schön für Autoren.

Hast Du denn die Orte selbst bereist, an denen Deine Geschichte spielt?

Zum Großteil, British Love spielt überwiegend in London, dort war ich schon oft, aber auch in Eastbourne, das ich leider nur von Bildern und Stadtplänen kenne. Wenn ich es schaffe, will ich vor dem nächsten Buch gerne mal nach Stockholm reisen. Die Städte der Folgeromane (jeder Teil spielt in einem anderen Land), kenne ich jedoch alle.

 

Folgeromane? Wie viele sind denn noch geplant?
Aktuell soll es eine Reihe aus 5 Bänden werden, die jedoch alle unabhängig voneinander gelesen werden können.

 

Da bist Du ja noch einige Zeit mit Projekten eingedeckt. Wie lange schreibst Du an einem Buch?
Das kommt ganz darauf an, wie viel Zeit ich zwischendurch habe. Wenn ich nur schreibe, dann kann ich durchaus in drei Wochen mit einer Rohfassung fertig werden, danach folgen noch 2 Überarbeitungen, Testleser Feedback einholen, wieder überarbeiten, Lektorat, überarbeiten, Korrektorat, Buchsatz und zwischendurch noch Marketing machen und mich ums Cover kümmern. Das dauert dann insgesamt so drei bis fünf Monate bisher, eben je nachdem, wie viel reine Schreibzeit ich habe und wie schnell alle anderen sind, die bei mir mitwirken.
So ein Buch klingt nach wirklich, wirklich viel Arbeit, Zeit und Energie … lohnt sich der ganze Aufwand denn?
Kommt drauf an, was lohnen meint. Alleine von leben kann ich noch nicht. Aber spätestens, wenn man das Feedback bekommt, dass die Geschichte einen Leser berührt hat, dann ist einfach wunderbar.

 

Gibt es eine Leserreaktion, die Dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Vor allem die zu British Love jetzt. Das Buch hat einige wohl sehr berührt, was mich unheimlich freut, da ich dann weiß, dass ich alles richtig gemacht habe.
Und meine Liebeskomödie hat mal jemanden aus einer langen Leseflaute rausgeholt, das war auch toll.

 

Gibt es denn etwas, das Du Deinen Lesern unbedingt noch sagen möchtest?
Einfach nur Danke, danke, dass es euch gibt, denn ohne euch, gäbe es uns nicht.

 

Ich denke, das ist ein tolles Schlusswort. Vielen Dank für Deine Zeit.

Weitere Infos über die Autorin:
 https://lmlouis.de/
https://www.facebook.com/lmlouisautor/

 

Autorenfoto: Mathias Wagner Fotografie
Cover “Observe”: Sarah Buhr
Cover “British Love”: Eva Baumann
Cover “Ich kann dich verdammt gut riechen”: Natasha Sloma

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